Charlotte Knobloch leitet Zentralrat der Juden
publiziert: Mittwoch, 7. Jun 2006 / 17:10 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Jun 2006 / 17:26 Uhr

Berlin - Die 73 Jahre alte Charlotte Knobloch ist neue Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Charlotte Knobloch gilt seit Jahren als eine der führenden Figuren im jüdischen Leben in Deutschland.
Charlotte Knobloch gilt seit Jahren als eine der führenden Figuren im jüdischen Leben in Deutschland.
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Sie wurde in Frankfurt zur Nachfolgerin des Ende April gestorbenen Paul Spiegel gewählt. Die bisherige Vizepräsidentin ist die erste Frau an der Spitze der politischen Vertretung der jüdischen Gemeinschaft. Sie hatte keinen Gegenkandidaten und enthielt sich bei der Wahl nach Angaben des Zentralrats der Stimme.

Knobloch bezeichnete die Integration der zugewanderten Juden aus der ehemaligen Sowjetunion als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Sie sprach sich dafür aus, den Dialog mit den christlichen Kirchen fortzusetzen. Auch den Islam gelte es einzubinden.

Iran ansprechen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bot der neuen Präsidentin eine «gute Zusammenarbeit» an. Bei einem Treffen mit Merkel wolle sie auch das Thema Iran ansprechen, sagte Knobloch. Es müssten «klare Worte» gegenüber dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gefunden werden.

Dieser hatte mehrfach und öffentlich den Holocaust angezweifelt. Die neue Vorsitzende des Zentralrats gehört zur Schoah-Generation. Ihre Grossmutter starb im Vernichtungslager Auschwitz.

Sie selbst überstand die Jahre der Nazi-Herrschaft in einem Versteck auf einem Bauernhof im nordbayerischen Franken. Dort wurde sie als uneheliches Kind einer Katholikin ausgegeben.

Führende Figur

Seit Jahren gilt Knobloch als eine der führenden Figuren im jüdischen Leben in Deutschland. Seit 1985 ist sie Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, der mit rund 9300 Mitgliedern zweitgrössten Jüdischen Gemeinde in Deutschland.

Seit 1997 war sie bereits Vizepräsidentin im Zentralrat, der höchsten politischen und religiösen Repräsentanz der jüdischen Gemeinschaft und spricht für die etwa 100 000 Juden in Deutschland.

(fest/sda)

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