Chef-Sanierer Capello löste Jubelsturm aus
publiziert: Donnerstag, 10. Sep 2009 / 22:53 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Sep 2009 / 23:09 Uhr

Ohne Makel und in einer aussergewöhnlich brillanten Art qualifizierte sich England für die WM-Endrunde in Südafrika. Das Team von Star-Trainer Fabio Capello hat die Fussballkunst entdeckt. Eine obere Grenze ist derzeit kaum absehbar.

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In England schäumte die «Champagner-Berichterstattung» der Medien am Tag nach dem Muskelspiel gegen die bemitleidenswerten Kroaten fast über. Der faszinierende Sturmlauf zog alle in den Bann. Die Atmosphäre im ausverkauften Wembley war elektrisierend. Nur der Gast vom Balkan wirkte beim englischen Festspiel teilnahmslos und hoffnungslos überfordert.

Slaven Bilic, der Coach der schwer enttäuschten Kroaten, fand nach der 1:5-Demaskierung als Erster der halb-narkotisierten Verlierer die Sprache wieder. Nicht mal in den schlimmsten Alpträumen hätte er eine derartige Demütigung für möglich gehalten. «Das war keine normale Niederlage. Obwohl unser Goalie brillant hielt, zerstörten sie uns», klagte Bilic.

Geschickt lenkte der frühere West-Ham-Verteidiger dann vom eigenen Desaster ab: «Sie können Weltmeister werden.» Bilic vertrat diese Einschätzung selbstredend nicht allein. Im Rausch der ohne Verlustpunkt gesicherten WM-Teilnahme schlugen die Kommentatoren die Stars auf dem Rasen (schon fast) zu Rittern. «Ooh-aah Africa!» trompetete ein Boulevard-Reporter seiner Lesergemeinde zu.

Auch die Seriösen schwärmen

Die «Daily Mail» listete die Tor-Fakten säuberlich auf: 31 Treffer, sieben mehr als die im Vergleich aller neun Gruppen zweitklassierten Deutschen, haben die Engländer geschossen. Wayne Rooney führt das Ranking der Topskorer mit neun Toren souverän an. Der ManU-Stürmer hat damit die über 50-jährige englische Rekordmarke von Tommy Taylor pulverisiert.

Auch die seriöseren Betrachter wählten für einmal kernige Schlagzeilen. «Die Unbesiegbaren von Capello sind nicht zu stoppen», stimmte das Online-Portal der «Times» in den landesweiten Jubelchorus ein. Selbst der üblicherweise mit (Eigen-)Lob ungemein sparsame Mister Capello hielt sich nach der 90-minütigen Demonstration der Klasse nicht zurück: «Wir spielten die besten ersten 20 Minuten der gesamten Qualifikation. Es war fantastisch.»

Der Stimmungswandel ist frappant. Noch im November vor zwei Jahren hatten die Engländer in der völlig missratenen EM-Ausscheidung gegen die gleiche kroatische Mannschaft eine epochale 2:3-Pleite erlitten. Die «Three Lions» sassen während der Endrund in ihrem goldenen Käfig auf der Insel. Und ihr ehemaliger Trainer Steve McClaren steht mutmasslich noch heute mit seinem überdimensionalen Schirm im Regen.

Seit jener sportlichen Bankrotterklärung hat «Sanierer» Capello das wichtigste Konstrukt der stolzen «FA» von Grund auf neu strukturiert. Auf und neben dem Rasen ist der Italiener federführend. Unter seiner Leitung konzentrieren sich auch die Höchstlohnbezüger und Selbstdarsteller aufs Wesentliche. Das Hotel ist wieder ein Ort der Ruhe, kein Catwalk mehr. Lady´s Nights duldet Capello nicht.

Und im taktischen Bereich sind die Engländer kaum mehr erkennbar. Sie greifen variabel an. Ihre Angriffszüge sind nicht mehr schon Lichtjahre vorher kalkulierbar. Im System Capellos kommen Stars wie Ashley Cole, Steven Gerrard oder Frank Lampard optimal zur Geltung. Die Altersstruktur stimmt. Einer wie Aaron Lennon, der 22-jährige Spektakelgarant von Tottenham, trägt Ideen und jugendliche Frische ins Team.

Insulaner kauften 45'000 Tickets

Capello managt England trotz nur oberflächlicher Englischkenntnisse sagenhaft gut. Mit seinem straffen Führungsstil erreicht er auf der Insel alle. Der Mann, der schon mit Milan, Real, der AS Roma und Juventus die Meisterschaft gewann, hat sich in knapp zwei Jahren ein unerhört hohes Rating erarbeitet. Ihm trauen auch die Buchmacher den ersten WM-Titel seit 1966 zu: Sie senkten die Quoten von 8:1 auf 6:1.

Im fernen Südafrika freuten sich die Organisatoren ebenfalls über die brillante Form der Engländer. Danny Jordaan, der CEO des WM-Komitees, übermittelte ihnen eine herzliche Grussbotschaft: «Die englischen Spieler sind bei uns überaus beliebt. Viele besuchten unser Land mit ihren Klubs.» Begleitet wird Capellos Ensemble massenhaft: Anfang September waren bereits 45 000 Tickets im britischen Besitz.

(fest/Si)

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