Chefanklägerin will Aufschub im Fall Kosovo
publiziert: Dienstag, 19. Jun 2007 / 11:40 Uhr

New York - Die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla del Ponte, hat sich für einen Aufschub der Entscheidung über den zukünftigen Status des Kosovo ausgesprochen. Sie befürchtet, dass ansonsten die Suche nach mutmasslichen Kriegsverbrechern noch erschwert werden könnte.°

Carla del Ponte: Die Schweizerin befürchtet eine beeinträchtigte Kooperation der serbischen Behörden.
Carla del Ponte: Die Schweizerin befürchtet eine beeinträchtigte Kooperation der serbischen Behörden.
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Eine unmittelbare Entscheidung über eine Unabhängigkeit der südserbischen Provinz drohe die Fahndung nach mutmasslichen Kriegsverbrechern aus den Balkan-Kriegen der 90er Jahre zu erschweren, sagte Del Ponte in New York.

Grund sei der politische Wirbel in Serbien, der von dem Streit ausgehe. Zuvor hatte sie zum letzten Mal vor ihrem Mandatsende Mitte September den UNO-Sicherheitsrat informiert.

Dort wird derzeit über einen Vorschlag des finnischen Vermittlers Martti Ahtisaari beraten, nach dem das mehrheitlich von Albanischstämmigen bewohnte Kosovo unabhängig werden soll. Die Regierung in Belgrad lehnt dies strikt ab und hat den Kosovo-Albanern dafür eine weitgehende Autonomie in Aussicht gestellt.

Die Provinz steht seit 1999 unter UNO-Verwaltung. Zuvor hatte die NATO mit Luftangriffen serbische Übergriffe auf die albanischstämmige Bevölkerung beendet.

Beeinträchtige Kooperation

Eine Entscheidung zum Kosovo zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Kooperation der serbischen Behörden beeinträchtigen. Die Schweizerin würdigte die Zusammenarbeit mit der neuen serbischen Regierung, nachdem zuletzt zwei mutmassliche Kriegsverbrecher festgenommen und an das Tribunal überstellt wurden.

Zugleich stellte sie aber klar, die Ergreifung der beiden meistgesuchten mutmasslichen Kriegsverbrecher, der frühere Anführer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic und dessen Armeechef Ratko Mladic, sei unverzichtbar.

Das Tribunal in Den Haag solle denn auch so lange weiter arbeiten, wenn auch in verkleinerter Form, bis die verbliebenen vier Hauptverdächtigen verurteilt seien, sagte Del Ponte.

Neben Karadzic und Mladic zählen dazu der Ex-Polizeichef von Banja Luka und spätere Karadzic-Berater, Stojan Zupljanin, und der Ex-Präsident der zeitweise abgespaltenen kroatischen Serben-Region Krajina, Goran Hadzic.

(dl/sda)

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