Chefapotheker fristlos entlassen
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 10:19 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 17:51 Uhr

Freiburg - Eklat am Kantonsspital Freiburg: Weil der Chefapotheker laut Kanton Geld von Pharmafirmen in eine schwarze Kasse fliessen liess, ist er fristlos entlassen worden.

Die Untersuchung am Kantonsspital ist bereits im Mai eröffnet worden.
Die Untersuchung am Kantonsspital ist bereits im Mai eröffnet worden.
Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf ungetreue Amtsführung und passive Bestechung.

Die Untersuchung gegen den Chefapotheker wurde auf Grund eines Hinweises bereits im Mai eröffnet worden, wie es in einer Mitteilung der Freiburger Gesundheitsdirektion heisst.

Geld für «Ausbildung»

Eine Kontrolle des Finanzinspektorats habe die Existenz des Kontos ans Licht gebracht. Es sei seit 1998 von Lieferfirmen mit 164 000 Franken gespiesen und durch den Chefapotheker verheimlicht worden. Das Geld sei «zu regelwidrigen Zwecken» verwendet worden, zum Beispiel «für die Zahlung nicht zustehender Entschädigungen».

Zwischen 40 000 und 60 000 Franken habe der Mann durch illegale Pikettentschädigungen an sich selber ausbezahlt, sagte Herbert Jenzer, der Generalsekretär der Gesundheitsdirektion auf Anfrage.

Der Rest sei unter anderem für Personalausflüge, nicht deklarierte Ausbildungen oder Arbeitsessen verwendet worden. Die Beträge seien in den Lieferverträge mit den Pharmafirmen unter dem Titel «Ausbildungszwecke» verbucht worden.

Anzeige im August

Der Chefapotheker war laut der Mitteilung bereits im Juli suspendiert worden, am 6. November beschloss der Verwaltungsrat die fristlose Entlassung.

Bereits Anfang August war der Mann von der Gesundheitsdirektion wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung und passive Bestechung angezeigt worden, wie beim zuständigen Untersuchungsrichteramt zu erfahren war. Über den Stand des Verfahrens war keine Auskunft erhältich.

(bert/sda)

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