Chile: Erdbeben verursacht massive Schäden
publiziert: Mittwoch, 3. Mrz 2010 / 09:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Mrz 2010 / 10:15 Uhr

Nach dem Erbeben der Stärke 8,8 sprechen chilenische Behörden inzwischen von mehr als 700 Toten, viele gelten noch als vermisst. Mind. zwei Mio. Menschen sind obdachlos. Die Infrastruktur ist stark beschädigt.

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Das Erdbeben hat verheerende Schäden angerichtet.
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Als gestern früh um halb vier die Erde zu beben begann, war es für Hunderttausende von Chilenen der schlimmste Moment ihres Lebens. Das Erdbeben der Stärke 8,8 war nach Angaben von Geologen 50 Mal stärker als das verheerende Unglück kürzlich in Haiti.

Das Epizentrum lag ungefähr 115 Kilometer vor der Küste von Concepción, der zweitgrössten Stadt des Landes. Dort und in den umliegenden Regionen stürzten ganze Häuser und Brücken ein, Wohnblöcke wurden schwer beschädigt, Strassen und Autobahnen rissen auf, ganze Ortschaften blieben den ganzen Tag ohne Strom und Wasser. Viele Menschen verbrachten die Nacht, auch aus Angst vor Nachbeben, auf der Strasse.

In den fünf stark betroffen Regionen leiden über 500‘000 Menschen besonders unter den schweren Auswirkungen des Bebens. Das sind rund 70 Prozent der chilenischen Bevölkerung.

World Vision bereitet Hilfseinsatz vor

World Vision bereitet sich aktuell auf einen umfangreichen Hilfseinsatz für Chile vor. Zahlreiche Erkundungsteams sind aktuell in vom Beben betroffenen Regionen unterwegs, um die Lage zu erkunden und erste Massnahmen zu ergreifen. Zudem ist ein erfahrenes Katastrophenteam auf dem Weg, um die Hilfe zu koordinieren und den Opfern des Bebens zu helfen.

In Kooperation mit mehreren World Vision-Büros werden Flüge mit Hilfslieferungen vorbereitet. So startet in Kürze ein Flug von Bolivien aus, der Plastikplanen, Decken, Wasserbehälter, Koch- und Hygieneartikel in die betroffenen Gebiete bringt. Schwere Schäden am Flughafen der Hauptstadt sorgen jedoch für Verzögerungen.

Massive Schäden in der Erdbebenregion

Trotz der verheerenden Schäden ist Chile im Vergleich erheblich besser auf Erdbeben vorbereitet, da es in einer gefährdeten Erdbebenzone liegt und in der Vergangenheit bereits mehrfach von katastrophalen Erdbeben heimgesucht wurde.

Tatiana Benavides, Direktorin von World Vision Chile, erklärt: „Bisher gab es mehr als 40 Nachbeben, einige davon schwer. Die Menschen haben grosse Angst. In manchen Städten in der Nähe des Epizentrums sind zum Teil bis zu 95 Prozent der Häuser zerstört. In etlichen Städten im Süden des Landes gibt es massive Zerstörungen der Infrastruktur.“

So soll die Panamerikana an vielen Stellen aufgebrochen sein. „Zu vielen Gegenden in entlegenen Gebieten konnte bisher kein Kontakt hergestellt werden. Telefonleitungen sind unterbrochen und es gibt keinen Strom.

World Vision ist seit rund 30 Jahren in Chile engagiert. Mehr als 100 World Vision-Mitarbeiter arbeiten zum Teil in Regionen in der Nähe des Epizentrums. Etwa 100‘000 Menschen profitieren von langfristiger Entwicklungszusammenarbeit.

(sk/World Vision)

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