Chile: Pinochet übernimmt Verantwortung
publiziert: Samstag, 25. Nov 2000 / 14:37 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Nov 2000 / 14:59 Uhr

Santiago de Chile - Endlich werden sich die Angehörigen seiner Opfer sagen: Der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet hat sich an seinem 85. Geburtstag zur Verantwortung für «alle Taten» unter seinem Militärregime von 1973 bis 1990 bekannt.

Der General, gegen den mehr als 170 Klagen wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen vorliegen, erklärte am Freitagabend (Ortszeit) in einer zuvor aufgezeichneten Video-Botschaft an seine Anhänger wörtlich: «Ich akzeptiere als Ex-Präsident der Republik alle Taten, die begangen worden sein mögen, und die das Heer und die Streitkräfte begangen haben.»

Er fügte hinzu: «Mein Herz ist voller Schmerz.» Am Ende seines langen Lebens habe er «viel zu ertragen». Er hoffe, dass sein Leid zur Einheit Chiles beitragen werde. Rund 1500 Pinochet-Anhänger feierten in der Hauptstadt Santiago den 85. Geburtstag des Ex- Diktators. Pinochet selbst nahm aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teil.

Während Pinochets Diktatur (1973 - 1990) wurden mindestens 3200 Menschen umgebracht. Pinochet war erst im August dieses Jahres die Immunität als Senator auf Lebenszeit entzogen worden, um ihn wegen der Verbrechen anklagen zu können.

Die katholische Kirche Chiles bat unterdessen für ihre Haltung gegenüber Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur um Verzeihung. An dem Reue-Gottesdienst in der Kathedrale von Santiago de Chile nahm auch Staatspräsident Ricardo Lagos teil.

Die chilenischen Bischöfe entschuldigten sich im Rahmen einer Abbitte-Zeremonie für Verfehlungen in der 2000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche auch für ihre untätige Haltung gegenüber Menschenrechtsverletzungen, Vertreibung und politischer Gewalt während der Militärdiktatur.

Lagos sprach hinterher von einem «heldenhaften Akt» und «nachahmenswerten Beispiel».

(sda)

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