Jahrestag des Grubenunglücks
Chile gedenkt den verstorbenen Kumpel
publiziert: Donnerstag, 4. Aug 2011 / 16:26 Uhr
Die Rettung der Kumpel: 69 Tage waren die Minenarbeiter eingesperrt (Archivbild).
Die Rettung der Kumpel: 69 Tage waren die Minenarbeiter eingesperrt (Archivbild).

Santiago/Frankfurt - Am (morgigen) Freitag vor einem Jahr ist im nordchilenischen Copiapo die Kupfermine San José eingestürzt. Damit nahm das schwerste Grubenunglück in der Geschichte des Landes und eines der schwersten weltweit seinen Lauf.

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Direkt nach dem Einsturz konnten sich 240 Bergleute ans Tageslicht retten. Was zunächst niemand wusste: 33 Kumpel waren verschüttet. Sie überlebten zwei Wochen in einem Schutzraum in 700 Meter Tiefe, ehe sie geortet wurden. 69 Tage lang dauerte ihre Gefangenschaft. Nie zuvor hatten Menschen länger eingeschlossen in grösserer Tiefe überlebt.

Chile gedenkt dieser Tage der dramatischen Monate, die vor einem Jahr begannen. Präsident Sebastián Piñera weiht ein Museum an der Mine ein. Zu der Zeremonie mit Gottesdienst werden unter anderem die 240 beim Einsturz sofort geretteten Bergleute erwartet sowie einige der 33 Männer, die am 13. Oktober 2010 befreit wurden.

Der erwartete Ruhm der Kumpel ist ausgeblieben. Fast alle leben weiterhin in ärmlichen Verhältnissen, 15 sind arbeitslos, vier fahren wieder in den Berg ein. Lediglich der extrovertierte Mario Sepulveda, der nach der Rettung mit seinem Humor die Weltöffentlichkeit verblüfft hat, konnte aus seinem Schicksal etwas machen: Er ist heute als Unternehmensberater vorrangig in der USA tätig.

Unter extremen Verhältnissen überlebt

Die Gruppe hatte 69 Tage unter extremen Verhältnissen in weitgehender Dunkelheit und bei Temperaturen von ständig weit über 30 Grad überlebt, begleitet von der Angst vor weiteren Einstürzen, denn im Berg rumorte es immer wieder. 17 Tage lang wussten die lebendig begrabenen Männer überhaupt nicht, ob sie jemals gerettet würden.

Sie ernährten sich von einigen Löffeln Thunfisch und ein paar Schlucken abgelaufener Milch in einem Schutzraum 700 Meter tief in der Erde. 16 Tage vergehen ohne ein Lebenszeichen.

Doch dann befördert eine Sonde ein Stück Papier zu Tage. «Uns geht es gut in unserem Rückzugsort. Die 33», steht darauf in grossen roten Buchstaben. Eine Kamera zeigt Bilder der winkenden Kumpels. Einen Tag später erreichen erstmals Lebensmittel die Verschütteten.

Ingenieure, das Militär und die NASA arbeiten einen Plan zu ihrer Rettung aus. 69 Tage nach dem Unglück, am 13. Oktober, gelingt die 14 Millionen Euro teure Aktion: Durch einen 66 Zentimeter schmalen und 622 Meter tiefen Schacht bringt eine Rettungskapsel die Bergleute aus ihrem Verlies in die Freiheit.

(dyn/sda)

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