China: Internet ist Unterhaltungsmaschine
publiziert: Mittwoch, 21. Apr 2010 / 18:48 Uhr

Shanghai/New York - In China kann Internet-Unternehmen nur dann der Durchbruch gelingen, wenn sie die eigentümliche Logik des Marktes verstehen und Unterhaltung und soziale Netzwerke richtig in ihr Angebot integrieren.

Baidu.com hat es richtig gemacht: Durch die Einbindung von Nachrichten, Blogs und einer zensurierten Internet-Enzyklopädie zur grössten Suchmaschine Chinas.
Baidu.com hat es richtig gemacht: Durch die Einbindung von Nachrichten, Blogs und einer zensurierten Internet-Enzyklopädie zur grössten Suchmaschine Chinas.
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Das berichtet die New York Times (NYT) in ihrer gestrigen Ausgabe. China ist mit 400 Mio. Internet-Nutzern mittlerweile die weltweite Nummer Eins. Sogar was die tägliche Online-Zeit betrifft, toppen die Chinesen die US-Amerikaner und werden der Boston Consulting Group zufolge nur von Japan geschlagen.

Eigene Logik im Zensurgebiet

US-amerikanische Internet-Unternehmen schaffen es bisher kaum, in diesem riesigen Markt Fuss zu fassen. Erst im März beschloss Google den teilweisen Rückzug aus China, unter anderem als Folge der chinesischen Zensur und Hackerangriffen von in China stationierten Servern. Auch Facebook, Twitter, Youtube und Wikipedia werden von der Zensur geblockt. Nach Ansicht der NYT sei Googles Hauptfehler gewesen, nicht rechtzeitig eine grosse Online-Community rund um ihre Suchmaschine aufzubauen.

Gut gelungen ist dies hingegen Baidu.com, Googles Hauptkonkurrent im Reich der Mitte. Zur grössten Suchmaschine des Landes wurde der Anbieter durch die Einbindung von Nachrichten, Blogs und einer zensurierten Internet-Enzyklopädie. Auch eine Video-Seite nach dem US-Vorbild Hulu.com ist in Vorbereitung. Bisherige Skandalmeldungen über das Unternehmen hat Baidu durch geschickte Sponsor- und Werbungstaktik geglättet, zudem sollen kritische Journalisten zu Luxus-Wochenendurlauben eingeladen worden sein.

Sex-Tagebücher als Dorn im Parteiauge

Die wachsende politische Macht der Online-Communitys lässt bei der chinesischen Regierung die Alarmglocken läuten. Das zeigt das aktuelle Beispiel des Parteifunktionärs Han Feng, dessen privates Tagebuch von einem Rivalen im Internet veröffentlicht wurde. Die Geschichten von Bestechungsgeldern und sexuellen Eskapaden verbreiteten sich in Windeseile und lösten derartige Erregung aus, dass der Beamte im März suspendiert und aus der Partei ausgeschlossen werden musste. «Für die Regierung ist das Internet aufgrund seiner Unberechenbarkeit ein Schreckgespenst», so Yang Guobin vom Barnard College , Autor des Buches «The Power of the Internet in China».

Die Hauptfunktion des Internets ist in China jedoch die Unterhaltung. «Im realen Leben besuchen Menschen Karaoke-Räume oder Bars, treffen sich mit Freunden oder gehen einkaufen. Dasselbe geschieht auch online», so Gary Wang, Gründer der Videosharing-Seite Tudou http://www.tudou.com . Erstaunlich ist auch, welche Leistungen Netzwerke junger Menschen im Internet vollbringen. So werden US-Fernsehserien binnen Stunden nach der Ausstrahlung in den USA von Freiwilligen in China mit Untertitel versehen und auf Filesharing-Seiten gestellt.

(fest/pte)

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