China beharrt auf Besteuerung von Schweizer Luxusuhren
publiziert: Donnerstag, 1. Jun 2006 / 00:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Jun 2006 / 07:14 Uhr

Bern - Auf Schweizer Luxusuhren wird in China weiterhin eine Konsumsteuer von 20 Prozent erhoben.

Mit der Steuer wolle China die Unterschiede zwischen Reich und Arm verringern. Bild: Eine Uhr von Maurice Lacroix.
Mit der Steuer wolle China die Unterschiede zwischen Reich und Arm verringern. Bild: Eine Uhr von Maurice Lacroix.
Peking hat Bundesrat Joseph Deiss eine Abfuhr erteilt, der gegen die Steuer interveniert hatte. Die Steuer gelte für Uhren jeglicher Herkunft und diskriminiere nicht einzelne Länder, hiess es in einer Antwort des chinesischen Finanzministers an das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD). EVD- Sprecher Christophe Hans bestätigte eine Meldung der «Handelszeitung».

China verstosse nicht gegen das Diskriminierungsverbot der Welthandelsorganisation, hiess in dem Brief weiter. Mit der Steuer wolle China die Unterschiede zwischen Reich und Arm verringern.

Damit ist die Intervention von Deiss gescheitert. Der Volkswirtschaftsminister hatte Mitte April in einem Brief an die chinesischen Behörden seine «Besorgnis» über die Steuer ausgedrückt, die «sich fast ausschliesslich gegen die Schweizer Uhrenindustrie richtet».

Der chinesische Finanzminister versucht nun in seinem Brief, die Besorgnis von Deiss abzuschwächen. Die Auswirkungen der Steuer würden sich in Grenzen halten, weil es keine Produkte gebe, die man für Luxusuhren substituieren könne. Jene Leute, welche solche Schweizer Luxusuhren kaufen wollten, würden dies mit oder ohne Steuer weiterhin tun.

Das EVD will zusammen mit der Uhrenindustrie jetzt während eines Jahres entsprechende Erfahrungen sammeln. Dann werde entschieden, ob man erneut intervenieren wolle, sagte Hans.

Die auf den 1. April eingeführte Konsumsteuer gilt neben Importen auch für chinesische Produkte, betrifft aber vor allem die Schweiz: 99,6 Prozent der in China verkauften Uhren der obersten Preisklasse stammen nach EVD-Angaben aus der Schweiz. Die Steuer gilt für Uhren ab einem Preis von 10 000 Yuan (rund 1600 Franken).

(fest/sda)

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