China provoziert im Inselstreit weiter
publiziert: Mittwoch, 19. Sep 2012 / 12:48 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Sep 2012 / 09:06 Uhr
China entsendet weitere Patrouillenschiffe zu umstrittenen Inseln
China entsendet weitere Patrouillenschiffe zu umstrittenen Inseln

Tokio/Peking - Im Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer ist etwas Ruhe eingetreten. Die Polizei in Peking und anderen grossen Städten untersagte am Mittwoch spontane Massenaufmärsche. Peking drohte Japan aber mit Ausfällen im Handel.

8 Meldungen im Zusammenhang
In Kurznachrichten an Handynutzer forderte die Pekinger Polizei die Bevölkerung auf, die Proteste einzustellen. «Geht nicht in die Botschaftsviertel, um zu protestieren.»

«Die Leute können andere Wege nutzen, um ihren Patriotismus auf angemessene Weise auszudrücken», hiess es in der Mitteilung, die sich auch im Internet verbreitete. Auch in anderen grossen Städten warnte die Polizei ähnlich vor nicht genehmigten Demonstrationen.

Angesichts der Rufe nach wirtschaftlichen Sanktionen und eines Boykotts japanischer Waren geht Chinas Handelsministerium davon aus, dass die Wirtschaftsbeziehungen «mit Sicherheit» Schaden nehmen werden. Japan müsse die volle Verantwortung dafür übernehmen.

Warnung an die USA

Scharfe Kritik an Japan übte Vizepräsident Xi Jinping, der als künftiger Staats- und Parteichef Chinas gilt. «Japan muss sein Verhalten zügeln und mit allen Worten und Taten aufhören, die Chinas Souveränität und territoriale Integrität untergraben», sagte Xi bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Peking.

Chinas Militärführung warnte die USA vor einer Einmischung in den Konflikt. Der Vizevorsitzende der Militärkommission, Xu Caihou, sagte nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zu Panetta: «China lehnt den Anspruch ab, dass die Diaoyu-Inseln unter den amerikanisch-japanischen Sicherheitsvertrag fallen.» Panetta forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf und warnte vor einer Eskalation.

Jahrzehntelanger Streit

Beide Nachbarn streiten seit Jahrzehnten um die Felseninseln. In dem Seegebiet gibt es reiche Fischgründe. Auch werden grosse Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Auslöser der neuen Spannungen zwischen China und Japan war der Aufkauf von drei Inseln durch die japanische Regierung, die damit eigentlich verhindern wollte, dass sie von nationalistischen Kräften erworben werden. Empört nannte China den Kauf «illegal» und bekräftigte seinen territorialen Anspruch.

Schiffe und Flugzeuge im umstrittenen Gebiet

In dem umstrittenen Meeresgebiet kreuzen gegenwärtig chinesische und japanische Schiffe. Einige chinesische Patrouillenboote seien von Japans Küstenwacht aufgebracht worden, berichtete Xinhua. Bei den Begegnungen hätten die Besatzungen den chinesischen Anspruch über die Inseln erklärt. Zwischenfälle wurden nicht bekannt.

Zehn Schiffe der chinesischen Küstenwacht seien in dem Gebiet. Japan habe sechs Schiffe sowie Flugzeuge entsandt.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - Der Territorialstreit zwischen China und Japan über Inseln im Ostchinesischen Meer ist wieder aufgeflammt. Japan warf der ... mehr lesen
Chinesisches Flugzeug in Luftraum über umstrittener Inselgruppe
New York - Im Inselstreit mit China ist nach Ansicht der japanischen Regierung «kein Kompromiss» mit der Volksrepublik ... mehr lesen
Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda.
Peking/Tokio - Die japanische Küstenwache hat im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer Wasserwerfer gegen taiwanische Schiffe eingesetzt, die in das von Japan und China beanspruchte Gebiet vorgedrungen waren. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Tokio/Peking - Im Streit zwischen China und Japan um die unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer gibt es neue Spannungen. Zwei Kontrollschiffe des chinesischen Militärs fuhren nach Angaben der japanischen Küstenwache am Montag in die Zone der Inseln ein, die Japan als sein Hoheitsgebiet betrachtet. mehr lesen 
Tokio/Peking - Im Territorialstreit mit China um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat Japan Tatsachen geschaffen. Die Regierung in Tokio schloss am Dienstag mit den japanischen Privateigentümern einen Kaufvertrag über drei unbewohnte Inseln in der umstrittenen Region ab. mehr lesen 
Tokio - Japan bemüht sich um eine Beilegung des Streits mit China um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Die Idee Japans, dem japanischen Privatbesitzer drei der Inseln abzukaufen, kam aber in China gar nicht gut an. mehr lesen 
Des russische Aussenminister Sergej Lawrow.
Des russische Aussenminister Sergej Lawrow.
Einigung in Genf  Genf - Die internationale Konferenz zur Ukraine-Krise in Genf hat sich auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Es soll schrittweise eine Deeskalation erreicht werden, wie der russische Aussenminister Sergej Lawrow vor den Medien sagte. 
Wladimir Putin verlangt einen «echten Dialog» mit der Bevölkerung.
Putin fordert Verhandlungslösung Genf - Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach dem Einsatz von ukrainischen Regierungstruppen in der krisengeschüttelten ... 2
Kiew meldet 3 Tote bei Angriff auf Soldaten Genf - Bei einem Angriff auf ukrainische Soldaten im Südosten des Landes sind ... 2
Kontrollverlust in der Ukraine Donezk/Brüssel - Der ukrainischen Übergangsregierung entgleitet die Kontrolle über den ... 9
Umstrittene Geheimdienstreform gebilligt  Ankara - Das türkische Parlament hat eine umstrittene Geheimdienstreform gebilligt, die die Befugnisse des nationalen ...
Ministerpräsident Erdogan setzt weiter umstrittene Gesetze um. (Archivbild)
Türkische Justizreform teilweise annulliert Istanbul - Die türkische Regierung von Recep Tayyip Erdogan hat mit ihrer ...
Türkisches Gericht verfügt Freischaltung von YouTube Istanbul - Nach dem Kurzbotschaftendienst Twitter soll in der Türkei ...
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 2196
    Ich habe... ...den Eindruck erhalten, dass sich die Ukrainer westlicher Ausprägung ... gestern 13:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Eines... der Hauptprobleme ist, dass in der ukrainischen "Regierung" keine ... gestern 13:00
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Sehr gut! Es gibt noch viel zu tun, nicht nur in ... gestern 12:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    In... Russland wird in absehbarer Zeit selber einiges aus dem Ruder laufen. ... gestern 11:25
  • keinschaf aus Henau 2196
    soso... Also, habe ich das jetzt richtig verstanden? 300 Zivilisten versuchen ... gestern 11:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2082
    Mit... Boko Haram kann man weder reden noch verhandeln, dazu ist ihr Weltbild ... gestern 11:04
  • kubra aus Hawai 2846
    Oh. Jöhh ein keinSchaf mit Jöhh - Effect. Nice gestern 06:23
  • keinschaf aus Henau 2196
    Keine Ahnung, Kubra Ich nehme Sie doch nicht persönlich und habe gar nicht argumentiert. ... gestern 06:19
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -1°C 10°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel -1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 1°C 12°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern -2°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 1°C 16°C sonnig und wolkenlos bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 2°C 17°C sonnig und wolkenlos bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 6°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten