Laut Amnesty
China richtet weltweit am meisten Menschen hin
publiziert: Mittwoch, 10. Apr 2013 / 08:04 Uhr
China bleibt Hinrichtungs-Staat Nummer eins.
China bleibt Hinrichtungs-Staat Nummer eins.

Berlin - Die Volksrepublik China hat im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen hinrichten lassen als der gesamte Rest der Welt. Dies geht aus dem jüngsten Todesstrafe-Bericht von Amnesty International hervor. Demnach liess der Staat in China 2012 mehrere Tausend verurteilte Verbrecher töten.

10 Meldungen im Zusammenhang
Im Rest der Welt gab es mindestens 682 Hinrichtungen - zwei mehr als im Jahr zuvor. Nach längerer Pause wurden auch in Demokratien wie Japan und Indien wieder Todesurteile vollstreckt. Der einmal pro Jahr erscheinende Amnesty-Bericht gilt als weltweit zuverlässigste Quelle zur Todesstrafe. Die Zahlen basieren auf offiziellen Angaben und Schätzungen von Experten.

Auf Platz zwei der «Henkerstaaten-Statistik» lag wieder der Iran, wo mindestens 314 Menschen gehenkt wurden. Es folgen der Irak (mit 129 Fällen), Saudi-Arabien (79 Fälle), die USA (43 Fälle) und der Jemen (28 Fälle). In Weissrussland - dem einzigen europäischen Staat mit der Todesstrafe - gab es drei Exekutionen. Mit Ausnahme der USA handelt es sich bei allen Angaben um Mindestzahlen.

Auf eine genaue Statistik für China verzichtet Amnesty schon seit Jahren, weil die Daten zur Todesstrafe dort praktisch als Staatsgeheimnis behandelt werden. Nur in Ausnahmefällen wird öffentlich darüber berichtet. In dem Bericht ist jedoch von «Tausenden» Hinrichtungen die Rede. Andere Menschenrechtler gehen von 4000 bis 8000 Hinrichtungen aus.

Trend: Weg von der Todesstrafe

Mehr als zwei Drittel der insgesamt 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft oder verzichten in der Praxis darauf. Im vergangenen Jahr liessen noch insgesamt 21 Staaten Verurteilte hinrichten - genau so viele wie 2011.

Allerdings kehrten mehrere Länder wie Japan, Indien, Gambia oder Kuwait nach zum Teil jahrzehntelanger Pause zu Exekutionen zurück. Zudem wurden weltweit mehr als 1700 neue Todesurteile gesprochen.

Trotzdem glaubt Amnesty weiterhin an einen allgemeinen Trend weg von der Todesstrafe. «Der Rückschritt, den wir in einigen Ländern feststellen mussten, ist enttäuschend. Aber das kehrt den allgemeinen Trend nicht um», sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. «In den meisten Teilen der Welt gehören Hinrichtungen der Vergangenheit an.»

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - In Japan ist erneut ein zum ... mehr lesen
Japan hält an der Todesstrafe fest.
In den Statistiken fehlen die Zahlen für Nordkorea sowie China, wo genauere Angaben zu Hinrichtungen als Staatsgeheimnis behandelt werden. (Symbolbild)
Berlin - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat im vergangenen Jahr weltweit mehr Todesurteile, aber weniger Hinrichtungen gezählt. Im Land mit den ... mehr lesen 1
Achtens Asien Wie viele Menschen in China jährlich ... mehr lesen 6
Auch in China ist die Todesstrafe immer umstrittener.
London - Im vergangenen Jahr sind mehr Menschen hingerichtet worden als im Vorjahr. Dennoch sieht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen langfristigen Trend nach unten. mehr lesen  2
Tokio - In Japan ist erneut ein zum Tode verurteilter Mörder gehängt worden. Internationale Kritik an der Todesstrafe und den Haftbedingungen prallt an der drittgrössten Wirtschaftsmacht der Welt ab. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Mehrere Länder denken über die Abschaffung der Todesstrafe nach.
Madrid - Beim 5. Weltkongress ... mehr lesen
Berlin - In über 100 Ländern wird gemäss dem jüngsten Jahresbericht von Amnesty ... mehr lesen
Heftige Kritik übt Amnesty am UNO-Sicherheitsrat.
Wu Ying zu besseren Zeiten und bei der Urteilsverkündung: Anstoss zu Bankenreform
Achtens Asien Das Oberste Chinesische Volksgericht hat in einem spektakulären Fall überraschend die Todesstrafe ausgesetzt. Das die ... mehr lesen
Berlin - Immer mehr Staaten rücken ... mehr lesen
Jedes Jahr werden immer noch mindestens 676 Menschen hingerichtet.
Festnahme in China.
Peking - In China werden pro Jahr fast 10 000 Menschen hingerichtet. Diese Zahl enthüllte der Abgeordnete und Direktor des Rechtsinstituts der Südwest-Universität in Chongqing, Chen ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 10°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Basel 11°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 13°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 11°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Genf 14°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 13°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten