China verspricht zensurfreie Olympia-Berichte
publiziert: Freitag, 11. Jul 2008 / 11:18 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Jul 2008 / 11:40 Uhr

Peking/Mainz - Das Organisationskomitee der Olympischen Sommerspiele (BOCOG) hat mit den aus Peking live berichtenden Fernsehsendern ein Übereinkommen über die freie Berichterstattung geschlossen.

Chef des chinesischen Organisationskomitees, Liu Qi.
Chef des chinesischen Organisationskomitees, Liu Qi.
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Wie Thomas Hagedorn von der ZDF-Pressestelle bestätigte, wurde den Sendern eine freie und ungehinderte Berichterstattung vertraglich zugesichert.

Erst am 3. Juli 2008 war es zum Eklat gekommen. In Mitten einer Live-Schaltung des ZDF-Morgenmagazins zu Korrespondent Johannes Hano auf die Chinesische Mauer hatten Sicherheitskräfte die sofortige Beendigung der Übertragung verlangt und gingen handgreiflich gegen das ZDF-Team vor.

Als Begründung wurde ein Interview mit einem amerikanischen Mauerexperten angegeben, das Teil der Live-Übertragung sein sollte. Wie das ZDF mitteilte, habe man zuvor alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt und die Gesprächsgäste bei den chinesischen Behörden angemeldet.

Der Zwischenfall hatte international für Aufsehen gesorgt, da er verdeutlichte, dass Journalisten auch in der (vor-)olympischen Zeit nicht frei berichten können.

Journalisten hoffen auf Arbeitsfreiheit

«Wir hoffen sehr, dass mit dem am Mittwoch getroffenen Abkommen nun endlich Arbeitsfreiheit für Fernsehjournalisten geschaffen ist», so Hagedorn. Für Drehs ausserhalb von Peking und den anderen Sportstädten müssen jedoch weiterhin gesondert Genehmigungen bei den Behörden eingeholt werden.

Zu der getroffenen Vereinbarung gehört, dass auch vom Tiananmen Platz (Platz des himmlischen Friedens), auf dem 1989 die pro-demokratischen Proteste blutig niedergeschlagen worden sind, von 6 bis 10 Uhr beziehungsweise 21 bis 23 Uhr live-gesendet werden darf. Dies war bisher nur selten möglich.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) äusserte sich hoch erfreut über die gefundene Lösung. «Wir können gut verstehen, dass sich bei zahlreichen Sendeanstalten in den letzten Monaten viel Frustration angesammelt hat. Umso wichtiger ist die jetzt gefundene Lösung», so IOC-Sprecherin Giselle Davies.

Rücksicht auf Gefühle der Chinesen

Dem Bedauern einiger Sender, dass nicht dauerhaft vom Platz des himmlischen Frieden gesendet werden dürfe, schob das IOC einen Riegel vor.

Zwar könne man nachvollziehen, dass die Sender, die viel Geld für die Übertragungsrechte gezahlt haben, gerne immer senden würden, doch müsse man bei einer solch staatstragenden Ikone auch auf die Gefühle der Chinesen Rücksicht nehmen.

(dl/pte)

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