China wächst ungebremst
publiziert: Montag, 25. Jul 2005 / 08:33 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Jul 2005 / 12:07 Uhr

Peking - Trotz Aufwertung des Yuan und Kreditbremsen - Chinas Wirtschaftsboom bleibt ungebrochen. Nach der Aufwertung der heimischen Währung rechnen Ökonomen mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Stahl, Kohle und Öl.

Handelsvorteile durch künstlich niedrig gehaltenen Kurs? Der Yuan sichert günstige Rohstoffpreise.
Handelsvorteile durch künstlich niedrig gehaltenen Kurs? Der Yuan sichert günstige Rohstoffpreise.
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Nach der flexibleren Gestaltung und leichten Aufwertung der heimischen Währung rechnen Ökonomen mit einer weiter steigenden Nachfrage Chinas auf den Rohstoffmärkten, speziell nach Stahl, Kohle und Öl.

Die Stärkung des Yuan werde die Importe der in Dollar berechneten Rohöllieferungen begünstigen. Der Yuan könne in den nächsten 12 Monaten zum Dollar 9 Prozent hinzugewinnen, prognostiziert die Investmentbank Goldman Sachs Asia. Warnungen vor grösseren Währungsschritten und einem möglichen Finanzchaos herrschten zum Wochenende in Peking vor.

"China wird dem Druck Washingtons und anderer nicht weiter nachgeben", meinte Yi Xianrong vom internationalen Finanzforschungszentrum der chinesischen Academy of Social Science. Vor allem die USA fordern eine Aufwertung des Yuan. Sie werfen den Chinesen vor, sich mit einem bewusst niedrig gehaltenen Kurs unfaire Handelsvorteile zu verschaffen.

Die aktuelle Aufwertung werde nur begrenzte Auswirkungen auf Im- und Exporte haben, meinte Yi, gleichwohl sei eine grundsätzliche Reform des Wechselkurssystems eingeleitet.

Absage ans Ausland

Die Tageszeitung "China Daily" nannte weltweit von Politikern und Experten geforderte weitere Aufwertungen "unrealistisch". Drastische Schritte "könnte China und viele andere asiatische Länder ins Chaos stürzen."

Die zu den grössten Geschäftsbanken Chinas gehörende Construction Bank setzt darauf, dass die neue Flexibilität "helfen wird, Chinas Volkswirtschaft und Finanzmarkt stabil zu halten".

Gefahr der Überhitzung bleibt

Um Überhitzungen der Konjunktur Chinas zu vermeiden, hatte Ministerpräsident Wen Jiabao im Frühjahr angekündigt, nach sieben Jahren Ausgabenexpansion zu einer "angemessen knappen" Haushaltspolitik zu wechseln. Der Anstieg der Anlageinvestitionen soll von mehr als einem Viertel im Vorjahr auf 16 Prozent gedrückt werden.

Ziel sei es, das jährliche Wirtschaftswachstum bis auf 8 Prozent zu drosseln. Doch liegen die Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2005 bereits wieder bei 9,5 Prozent, so hoch wie im gesamten Vorjahr.

Yao Yingyuan, Chefökonom des nationalen Statistikamtes, unterstrich die Chancen der neuen Flexibilität: "Viele Leute sorgen sich, dass die Aufwertung des Yuan einen negativen Einfluss auf die Exporte haben könnte."

Der Zwang wachse, mit den teuren Ressourcen sparsamer umzugehen und damit die negativen Wachstumseffekte einzudämmen: "hoher Rohstoffverbrauch und Energieverbrauch sowie die starke Umweltverschmutzung", sagte der Chefökonom.

(Bill Smith und Birthe Blechschmidt/dpa)

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