China will gegen Spam vorgehen
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 13:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Feb 2006 / 21:35 Uhr

Das chinesische Informationsministerium plant eine neue Antispam-Gesetzgebung und hat ein Antispam-Zentrum als Anlaufstelle für Beschwerden eingerichtet.

Fast ein Viertel aller Spam-Mails kommen aus China.
Fast ein Viertel aller Spam-Mails kommen aus China.
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China will verstärkt gegen Spam vorgehen. Das chinesische Informationsministerium plant eine neue Antispam-Gesetzgebung und hat ein Antispam-Zentrum als Anlaufstelle für Beschwerden eingerichtet.

Die chinesische Antispam-Initiative werde am 30. März offiziell gestartet, meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Die neue Gesetzgebung beinhalte schärfere Maßstäbe für die Zulassung von E-Mail-Providern, Spammern drohen Geldstrafen von bis zu 3 000 Euro und Internet-Provider, die Spam versenden, riskieren künftig ihre Lizenz, berichtet Xinhua weiter. In China gibt es 17 000 zugelassene Telekom-Betreiber und zum Ende des vergangenen Jahres nutzten 110 Millionen Chinesen das Internet.

Schlechter Ruf

China hat in Sachen Spam einen schlechten Ruf. 22,3 Prozent aller Spam-Mails in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres wurden von China aus versandt.

Nur die USA mit 24,5 Prozent die Spam-Nation Nummer eins liegt beim weltweiten Spam-Versand noch vor China. Diese Zahlen veröffentlichte das Sicherheitsunternehmen Sophos.

China gilt zudem als Weltmarktführer beim Hosting von Spam-Webseiten über die der eigentliche Umsatz der Spammer generiert wird. Kritiker haben der chinesischen Regierung in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, sie stehe der Spam-Plage gleichgültig gegenüber und die chinesischen Service-Provider würden das Treiben der Spammer mitwissend dulden und so China zum sicheren Hafen für Spammer machen.

«Das wird nicht viel bringen»

Spam-Experten bezweifeln, dass die chinesische Antispam-Initiative viel ausrichten wird. Die professionellen Spammer würden sich so leicht nicht abschrecken lassen und zudem sei der Schritt längst überfällig, kritisierte Richard Cox von der Antispam-Initiative Spamhaus die chinesischen Pläne.

«Das wird nicht viel bringen», sagte Cox. Die China Telecom immerhin habe tatsächlich Schritte unternommen, die Spam-Flut einzudämmen, räumte der Spam-Experte ein.

Schwelle von 400 Millionen Mobilfunk-Nutzern überschritten

Xinhua teilt in einer weiteren Meldung mit, dass China im Februar die Schwelle von 400 Millionen Mobilfunk-Nutzern überschritten habe. Nach Angaben des chinesischen Informationsministeriums lag zum Ende Januar die Zahl der chinesischen Mobilfunk-Nutzer bei 398 Millionen. Im Januar waren 5,37 Millionen neue Mobilfunk-Kunden hinzugekommen.

Schon im Oktober 2003 überflügelte in China die Zahl der Mobilfunk-Verträge die Zahl der Festnetz-Anschlüsse. Das Land hat seit 2001 die meisten Mobilfunk-Nutzer im weltweiten Vergleich. Chinas Telekom-Industrie wuchs im Januar um 10,8 Prozent und erreichte im ersten Monat des Jahres einen Gesamtumsatz von 5,78 Milliarden Euro.

(Christian Horn, teltarif.de)

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