Tauwetter in Beziehungen
Chinas Präsident trifft erstmals Japans Regierungschef
publiziert: Montag, 10. Nov 2014 / 06:41 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Nov 2014 / 14:20 Uhr
Xi Jinping setzt ein Zeichen in den frostigen Beziehungen zwischen China und Japan.
Xi Jinping setzt ein Zeichen in den frostigen Beziehungen zwischen China und Japan.

Peking - Mit versöhnlichen Gesten und Appellen zu engerer Kooperation hat der Asien-Pazifik-Gipfel (APEC) in Peking begonnen. Trotz Differenzen mit China versicherte Präsident Barack Obama, dass die USA «den Aufstieg eines wohlhabenden, friedlichen Chinas willkommen heissen».

8 Meldungen im Zusammenhang
Zum Auftakt des zweitägigen Treffens der 21 Führer der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) am Montag gab es nicht nur Tauwetter in den frostigen Beziehungen zwischen China und Japan, sondern auch Fortschritte in den Bemühungen für leichteren Handel in der Region, die fast die Hälfte des Welthandels abwickelt.

Erstmals empfing Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den japanischen Regierungschef Shinzo Abe. Seit zwei Jahren gab es wegen des Streits um die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Insel im Ostchinesischen Meer und chinesischen Vorwürfen über eine mangelnde Aufarbeiten der japanischen Kriegsvergangenheit eine Eiszeit in den Beziehungen. So hatte Xi dem langgehegten Wunsch Abes nach einem Treffen bislang immer eine Absage erteilt.

Russland mit grösserer Bedeutung

Kremlchef Wladimir Putin kündigte in einer Rede vor Wirtschaftsführern der APEC-Staaten angesichts der Spannungen mit dem Westen wegen der Ukraine-Krise an, dass Russland in der Asien-Pazifik-Region eine grössere Rolle spielen wolle. «Für uns ist China ein Schlüsselpartner in der Region», sagte Putin.

Auf dem Gipfel, der unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfand, kamen auch die Handelsgespräche voran. China und Südkorea einigten sich auf einen bilateralen Freihandelspakt. Auch wurden Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA um das Freihandelsabkommen TPP (Transpazifische Partnerschaft) berichtet. Das Ende gerate in den Blickpunkt, erklärten die zwölf Staaten, darunter Japan, Australien und Singapur.

Politische Blockaden abbauen

Zuvor waren unter der Leitung von Obama die Staatschefs und Handelsminister der TPP-Staaten in der US-Botschaft zusammengekommen. Dabei sollten einige «politische Blockaden» abgebaut werden, sagte Obama.

Ein Zeitraum für die Verhandlungen wurde nicht genannt. China ist nicht beteiligt. Die zweitgrösste Volkswirtschaft verfolgt eine Freihandelszone Asien-Pazifik (FTAAP), für die die APEC-Staaten trotz der Zurückhaltung der USA einen «Fahrplan» verabschiedet hatten.

China und die USA verständigten sich auf umfassende Visums- Vereinbarungen, die Obama unter dem Applaus von Wirtschaftsführern bekanntgab. Befristete Einreisegenehmigungen für Touristen und Geschäftsleute beider Länder sollen künftig bis zu zehn Jahre statt nur ein Jahr gültig sein. Visa für Studenten sollen fünf Jahre gelten. US-Regierungskreise sahen einen Erfolg. Die Zahl der chinesischen Besucher in den USA könnte von derzeit 1,8 Millionen pro Jahr auf das Vierfache steigen.

Ausbau der Kooperation im Fokus

Im Mittelpunkt der Gespräche der Staats- und Regierungschefs der Pazifik-Anrainer stehen der Ausbau der Kooperation, eine engere wirtschaftliche Integration sowie die Neuordnung des Handelsordnung. Der Asien-Pazifik-Raum stellt 57 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Seit Olympia 2008 hat es in Peking keine internationale Veranstaltung von dieser Grösse und Bedeutung mehr gegeben.

An den APEC-Gipfel schliessen sich für Obama am Dienstagabend und Mittwoch im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuches in China mehrere Gespräche mit Präsident Xi an. Danach fliegt der US-Präsident weiter nach Myanmar (früher: Burma), um an einem Gipfel der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN) teilzunehmen. Zum Abschluss reist der US-Präsident noch zum G20-Gipfeltreffen am Samstag und Sonntag in die australische Stadt Brisbane.

(bg/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - Im Streit zwischen Japan und China um unbewohnte Felseninseln im ... mehr lesen
China beansprucht das Gebiet und schickt immer wieder Schiffe in die Nähe der Inselgruppe.
Barack Obama bezeichnete Japan als einen der engsten Verbündeten der USA.
Washington - Mit dem «Asia Pivot» wollen die USA ihren Einfluss in Asien ausbauen. Damit der Schwenk in den Fernen Osten gelingt, übt Washington mit Tokio den Schulterschluss. Den ... mehr lesen
Achtens Asien Harte Landung? Weiche Landung? Immobilienblase? In der Falle des mittleren Einkommens? Das ganze Jahr über ... mehr lesen
Xi Jinping: Über sich hinausgewachsen.
Es hat sich viel geändert in Myanmar: Zeitungen der freien Presse - vor drei Jahren noch undenkbar.
Achtens Asien Myanmar stand Mitte November schon fast im Zentrum der Welt. Frisch vom APEC-Gipfel in Peking gaben sich US-Präsident ... mehr lesen
Peking - Chinas Staats- und Parteichef ... mehr lesen
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Indonesieins Präsident Joko Widodo: Stimmt die Landsleute auf harte Zeiten ein.
Achtens Asien Indonesiens Präsident Joko Widodo ... mehr lesen
Peking - Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat zu engerer Kooperation und grösserer wirtschaftlicher Integration in der Asien-Pazifik-Region aufgerufen. Er eröffnete am Sonntag in Peking das Treffen der Wirtschaftsführer der APEC. mehr lesen 
Peking - Nach mehr als zweijährigem ... mehr lesen 1
China und Japan gehen einen Schritt aufeinander zu.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 3°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
St. Gallen 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Luzern 2°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 4°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 6°C 8°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten