Chinese Mo Yan erhält Nobelpreis für Literatur
publiziert: Donnerstag, 11. Okt 2012 / 13:33 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Okt 2012 / 18:17 Uhr
Vom Bauernsohn zum Nobelpreisträger.
Vom Bauernsohn zum Nobelpreisträger.

Stockholm - Der chinesische Autor Mo Yan erhält den Literaturnobelpreis 2012. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Donnerstagmittag in Stockholm bekannt. Die Auszeichnung ist mit 8 Millionen Kronen (1,123 Millionen Franken) dotiert.

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Der Repräsentant des magischen Realismus war im Vorfeld als Mitfavorit gehandelt worden, weil das Nobel-Komitee durch die Vergabe an den staatstreuen Schriftsteller Konflikte mit Peking besänftigen könnte.

Unter den Buchmachern hatte der japanische Romancier Haruki Murakami als Hauptfavorit für den wichtigsten Literaturpreis der Welt gegolten. Aus den USA durften sich wie jedes Jahr Philip Roth und Bob Dylan Hoffnung machen.

Bauernsohn

Der 57-jährige Mo kam als Bauernsohn auf die Welt und arbeitete während der Kulturrevolution in der Fabrik. Zu schreiben begann er während seines Militärdiensts in der Volksbefreiungsarmee.

1984 begann er, an der Literaturabteilung der Kulturakademie der Armee zu unterrichten. 1986 schloss er das Studium an der Kunsthochschule der Volksbefreiungsarmee ab.

Der literarische Durchbruch gelang ihm 1987 mit der Veröffentlichung des Novellenzyklus' «Die rote Sorghumhirse», der als «Das rote Kornfeld» im deutschsprachigen Raum bekannt wurde.

Gemischte Reaktionen in China

In China sind die Reaktionen auf die Ehrung von Mo Yan mit dem Literaturnobelpreis sehr gemischt ausgefallen. Während das Staatsfernsehen jubelnde Sondersendungen schaltete, warfen regierungskritische Intellektuelle Mo mangelndes Rückgrat vor.

Der Autor und Blogger Han Han sagte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Peking, die Auszeichnung sei «eine Ehre für chinesische Schriftsteller». Der chinesische Autor und Bürgerrechtler Yu Jie übte hingegen scharfe Kritik.

«Ich denke, der Nobelpreis sollte an niemanden verliehen werden, der Mao Tsetung lobt, egal wie populär sein Werk ist», schrieb Yu Jie, der in diesem Jahr in die USA emigriert war, auf der Webseite des internationalen Pen-Clubs.

Er verwies darauf, dass Mo Yan bei der Frankfurter Buchmesse mit der offiziellen chinesischen Delegation 2009 den Saal verlassen habe, als regimekritische Autoren an einem Forum teilnehmen wollten. «Das hat gezeigt, dass seine erste Rolle nicht die eines unabhängigen Schriftstellers ist, sondern die eines Schreibers der chinesischen Kommunistischen Partei.»

(laz/sda)

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