Chinesische Bahnstrecke nach Tibet eröffnet
publiziert: Samstag, 1. Jul 2006 / 09:48 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Jul 2006 / 10:35 Uhr

Peking - China hat eine umstrittene neue Eisenbahnstrecke nach Tibet eingeweiht. Die Verbindung sei eine «grosse Errungenschaft», erklärte Präsident Hu Jintao auf einer Feier in der nordwestchinesischen Stadt Golmud.

Die Bahnstrecke soll der abgelegenen Region laut Präsident Hu Wohlstand bringen.
Die Bahnstrecke soll der abgelegenen Region laut Präsident Hu Wohlstand bringen.
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«Das Projekt ist nicht nur ein Meisterstück chinesischen Bahnbaus, sondern auch ein Wunder der globalen Eisenbahngeschichte», sagte er. Die 1142 Kilometer lange Strecke ist die höchste Bahnstrecke der Welt. Sie führt über mehr als 5000 Meter hohe Pässe.

Der höchste Punkt misst 5072 Meter, 255 Meter höher als die peruanische Andenbahn. Die Station Tanggula auf 5068 Meter ist der höchste Bahnhof der Welt.

Spezial-Waggons mit Sauerstoffgeräten

960 Kilometer der Bahnstrecke liegen mehr als 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Da in dieser Berggegend der Sauerstoffgehalt der Luft nur halb so hoch ist wie im Flachland, sind die Spezial-Waggons mit Sauerstoffgeräten bestückt.

Ähnlich wie durch eine Klimaanlage wird Sauerstoff in die Kabinen gepustet. Wie im Flugzeug hat im Notfall jeder Passagier eine eigene Atemmaske. Ärzte fahren mit, um Patienten zu behandeln, die an Höhenkrankheit leiden.

Anstoss der Wirtschaft?

Ungefähr 600 Passagiere hatten Karten für den ersten Zug nach Lhasa. Die Reise von Golmud nach Lhasa dauert zwölf, von Peking aus sogar 48 Stunden. Mit der Verbindung wollen die Behörden den Tourismus in der Region fördern.

Zudem soll der gesamte Westen des Landes, der dem allgemeinen Wirtschaftsboom hinterherhinkt, einen Anstoss bekommen. Die Bahnstrecke sei eine «grosse Errungenschaft», die der abgelegenen Region Wohlstand bringen werde, erklärte Präsident Hu.

Die Eröffnung der Strecke solle Tibet Wohlstand bringen und die ökonomische Entwicklung im westlichen China fördern, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Exil-Tibeter fürchten jedoch, dass die Bahn die Kolonisierung des Hochlandes durch China weiter beschleunigt.

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, riet seinen Landsleute jedoch, abzuwarten und zu sehen, welche Vorteile die Strecke möglicherweise bringt.

(bert/sda)

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