Mehr Meinungsfreiheit?
Chinesische Medien üben erstaunliche Kritik
publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 13:08 Uhr
Medienexperten sehen Anzeichen dafür, dass die Regierung in Peking mehr Meinungsfreiheit zulassen könnte.
Medienexperten sehen Anzeichen dafür, dass die Regierung in Peking mehr Meinungsfreiheit zulassen könnte.

Peking - In ungewöhnlicher Offenheit haben staatlich kontrollierte Zeitungen in China die Verurteilung eines Regierungsgegners kritisiert. Der 25-jährige Ren Jianyu war zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt worden, weil er in Internet-Botschaften ein Ende der «Diktatur» der kommunistischen Partei gefordert hatte.

1 Meldung im Zusammenhang
Zu den kritischen Medien gehört die einflussreiche Boulevardzeitung «Global Times», die dem offiziellen KP-Organ «Renmin Ribao» gehört. Auch in den «Beijing News» wurde Kritik laut.

«Es ist besorgniserregend, dass auch im modernen China noch Menschen wegen der Äusserung kritischer Gedanken bestraft werden», hiess es in einem Kommentar der «Global Times» in der vergangenen Woche. «Das ist veraltet und widerspricht der heutigen Redefreiheit und der Rechtsstaatlichkeit.»

Ren hatte nach einem schweren Zugunglück im vergangenen Jahr laut seinem Anwalt Fotos von Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao ins Internet gestellt. Die Bilder versah er mit Kommentaren wie: «Nieder mit der chinesischen kommunistischen Partei» und «Lang lebe Freiheit und Demokratie.»

Medienexperten sehen in der Zeitungskritik Anzeichen dafür, dass die Regierung in Peking mehr Meinungsfreiheit zulassen könnte. Damit solle ein Beitrag zum Abbau der im Land herrschenden sozialen Spannungen geleistet werden.

«Jemand ganz oben will solche Berichte», sagte der Shanghaier Journalismus-Professor Doug Young. Im November wird auf dem Parteitag ein neuer KP-Chef bestimmt.

Gewaltsame Proteste in Luzhou gegen Polizei

Am Mittwoch gingen in der südwestlichen Stadt Luzhou Tausende Menschen auf die Strassen, um gegen den Tod eines Lastwagenfahrers zu protestieren. Sie warfen der Polizei vor, den Mann nach einem Streit zu Tode geprügelt zu haben.

In staatlichen Medien hiess es dagegen, der Fahrer sei an einer Krankheit gestorben. Bei den Protesten seien Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt und 20 Personen festgenommen worden.

In China mehren sich die in die Öffentlichkeit getragenen Proteste. Nach einer 2011 an der nordchinesischen Universität Nankai veröffentlichten Studie kam es 2009 im ganzen Land zu 90'000 Protestaktionen gegen Entscheidungen der Behörden. Dabei ging es um Landnahmen, Korruption, Machtmissbrauch und wirtschaftliche Nöte.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan sind aus Sicht der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen weiterhin die ... mehr lesen 5
Beim Thema Pressefreiheit liegt die Schweiz weit vorne.
Wasser ist für viele Leute selbstverständlich. (Symbolbild)
Wasser ist für viele Leute selbstverständlich. ...
Wasserdefizit von 40 Prozent in 2030  Paris - Wassermangel ist nach Ansicht von UNO-Experten eine der grössten Herausforderungen der Weltgemeinschaft. Im Jahr 2030 werde es ein Wasserdefizit von etwa 40 Prozent auf der Welt geben, sagte der Autor des Weltwasserberichts 2015, Richard Connor, am Donnerstag in Paris. 
Nur nach explizitem Einverständnis  Bern - Spenderorgane dürfen auch künftig nur dann entnommen werden, wenn der Betroffene oder ...  
Allein im Jahr 2014 starben pro Woche zwei Personen, die vergeblich auf ein Organ gewartet hatten. (Symbolbild)
Zu wenig Organspenden in der Schweiz Bern - Angesichts einer weiterhin tiefen Zahl von Organspendern möchte die Gesundheitskommission des Nationalrates ...
61 Personen, die auf der Warteliste für ein Organ waren, starben 2014.
Am beliebtesten sind in der Schweizer Internetgemeinde soziale Netzwerke und Wikis.
58 Prozent der Schweizer Bevölkerung  Zürich - Rund 3,2 Millionen Menschen in der Schweiz nutzen regelmässig soziale Netzwerke wie Facebook. ...  
Titel Forum Teaser
  • Cataract aus Zürich 32
    So ein Schwachsinn.... E-Zigaretten unter das Tabakgesetzt zu stellen wäre gleich blöd, wie ... Do, 05.02.15 18:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2839
    Die... Asylbewerber können in jedem Land einen Asylantrag stellen, z.B. in ... Mi, 14.01.15 13:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1214
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1214
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1568
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1214
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
Anthony Patt ist Professor für Mensch-Umwelt-Systeme am Departement Umweltsystemwissenschaften. Er forscht insbesondere zu angewandten Fragen der Klimapolitik.
ETH-Zukunftsblog Kleines Land, grosse Wirkung Viele behaupten, die Schweiz als kleines Land könne kaum etwas ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -4°C -2°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel -2°C 0°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen -2°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern -2°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 1°C 4°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 2°C 5°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 8°C 14°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten