Prozessende
Chirac beteuert Unschuld
publiziert: Freitag, 23. Sep 2011 / 17:23 Uhr
Das Urteil gegen Jacques Chirac dürfte milde ausfallen.
Das Urteil gegen Jacques Chirac dürfte milde ausfallen.

Paris - Zum Abschluss des Prozesses wegen Scheinstellen im Pariser Rathaus Anfang der 90er Jahre hat der französische Altpräsident Jacques Chirac am Freitag seine Unschuld beteuert.

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Durch seine Anwälte liess der 78-Jährige mitteilen: «Ich habe keinen Fehler begangen, weder einen strafrechtlichen noch einen moralischen». Das Gericht hatte auf die Vernehmung des Hauptangeklagten verzichtet, der laut einem ärztlichen Gutachten unter Gedächtnislücken leidet.

Es habe keine persönliche Bereicherung im Rathaus gegeben, als er Bürgermeister von Paris war, versicherte Chirac in einer Erklärung, die sein Anwalt Jean Veil verlas. Es habe auch kein Betrugssystem geherrscht.

Ähnlich hatte sich am Dienstag auch die Staatsanwaltschaft geäussert, die lediglich «Verwaltungsmängel» unter Chirac im Rathaus sah und den Freispruch von ihm und den neun Mitangeklagten forderte.

Mitarbeiter für Wahlkampf eingesetzt

Chirac wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister knapp dreissig Mitarbeiter aus der Stadtkasse bezahlt zu haben, obwohl sie gar nicht für die Stadtverwaltung arbeiteten.

Einige sollen stattdessen schon für seinen späteren Präsidentschaftswahlkampf aktiv gewesen sein. Andere wie der Enkel des verstorbenen Präsidenten Charles de Gaulle sollen reine Gefälligkeitsjobs bekommen haben.

Urteil folgt später

Der Prozess gegen Chirac war der erste gegen einen französischen Staatschef der Nachkriegszeit. Das Urteil, das milde ausfallen dürfte, soll später folgen.

Die Stadt Paris, wo Chirac von 1977 bis 1995 Bürgermeister war, einigte sich bereits mit dem Altpräsidenten auf eine Entschädigung und zog daraufhin ihre Klage zurück. Übrig blieb die Anti-Korruptionsvereinigung Anticor als Nebenkläger.

(bg/sda)

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