Chirac will Weichen neu stellen
publiziert: Montag, 29. Mrz 2004 / 22:54 Uhr

Paris - Nach dem Desaster des bürgerlichen Lagers bei den Regionalwahlen steht in Frankreich eine umfassende Kabinettsumbildung an. Präsident Jacques Chirac kündigte Entscheidungen in den allernächsten Tagen an.

Chirac arbeite gemeinsam mit Raffarin an einer  Kabinettsumbildung.
Chirac arbeite gemeinsam mit Raffarin an einer Kabinettsumbildung.
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Chirac arbeite gemeinsam mit dem Premierminister Jean-Pierre Raffarin daran, teilte das Präsidialamt mit. Das dramatische Ausmass des linken Erdrutschsieges bei den Wahlen in den 26 Regionen könnte Raffarins Ablösung bedeuten.

Als mögliche Nachfolger für Raffarin sind bereits Innenminister Nicolas Sarkozy, Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie und Aussenminister Dominique de Villepin im Gespräch.

Die vereinigte Linke hat mit 50,35 Prozent erstmals seit der Wiederwahl von Staatspräsident François Mitterrand im Jahre 1988 bei einer Wahl die absolute Mehrheit errungen.

In nahezu allen 21 Regionen auf dem europäischen Festland setzte sich die Linke durch. Nur im Elsass verteidigten die Bürgerlichen ihre Position.

Selbst traditionell bürgerliche Hochburgen gingen bei der Stichwahl an die Linke. Die westfranzösische Region Poitou-Charente, deren Präsident Raffarin 14 Jahre lange gewesen war, fiel mit einem deutlichen Vorsprung an die Sozialisten.

Nach der schweren Niederlage des Regierungslagers wünschen die meisten Franzosen laut einer Umfrage Raffarins Entlassung. Der seit Mai 2002 amtierende Premier solle gehen, sagten 54 Prozent der befragten Wähler dem Meinungsforschungsinstitut CSA. Nur 32 Prozent fanden, Raffarin solle im Amt bleiben.

Als Grund für den Linksruck liessen andere Nachwahl-Befragungen vor allem Unzufriedenheit mit der Reformpolitik Raffarins sowie Sorge um Konjunktur und Beschäftigung in Frankreich erkennen.

(bert/sda)

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