Walliser Polizeikommandant Christian Varone kann heimkehren
Christian Varone kann Türkei verlassen
publiziert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 19:17 Uhr
Varones Sohn hatte ein Stück Gestein in der Türkei eingesteckt.
Varones Sohn hatte ein Stück Gestein in der Türkei eingesteckt.

Istanbul - Der in der Türkei festgenommene Walliser Polizeikommandant Christian Varone kann in die Schweiz zurückkehren. Er wurde auf freien Fuss gesetzt, muss sich aber einer Anklage wegen Verdachts auf versuchten Diebstahl von türkischen Kulturgütern stellen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Dies meldete die Nachrichtenagentur dpa aufgrund von Angaben der Staatsanwaltschaft in Antalya im Südwesten der Türkei. Varone hatte am Freitag mit seiner Familie aus den Ferien in der Türkei in die Schweiz zurückkehren wollen. Am Flughafen von Antalya wurde er von der türkischen Polizei festgenommen.

"Wertvolles Steinstück"

Im Gepäck der Familie befand sich ein Stein, den die Zollbehörden für das Artefakt einer archäologischen Ausgrabungsstätte hielten. Ein Familienmitglied hatte ihn auf einem Spaziergang in der Nähe einer Fundstätte eingesteckt. Nach Angaben einer Korrespondentin der privaten türkischen Nachrichtenagentur Dogan gegenüber der sda handelte es sich um ein "wertvolles Steinstück".

Varone könne in die Schweiz ausreisen, sagte die Korrespondentin von Dogan. Nach Angaben des auf Türkei-Reisen spezialisierten Reisebüros Bentour fliegt Varone am Mittwoch heim. Das sagte Kadir Ugur, Verwaltungsratspräsident von Bentour. Bei diesem Veranstalter hatte Varone seine private Ferienreise gebucht.

Erleichterung im Wallis

Das Wallis nahm die Nachricht von Varones Freilassung mit Erleichterung auf. Staatsratspräsidentin und Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten sagte, der Schweizer Botschafter in der Türkei habe sie über die Freilassung Varones informiert.

Sie stellte sich hinter den Polizeikommandanten. Dass gegen Christian Varone eine Anklage vorliege, stelle seinen Posten nicht in Frage. Es gehe um eine private Angelegenheit.

Strenge Schutzbestimmungen

Die Türkei hat sich 1983 ein Gesetz für den Schutz ihrer Kulturgüter gegeben - es ist auf der Website der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) publiziert. Wer versucht, Gegenstände historischen, kulturellen oder archäologischen Charakters auszuführen, muss demnach mit fünf bis zwölf Jahren Haft rechnen.

Denis Ramseyer, Konservator im Neuenburger Museum "Laténium", erklärt das strenge Gesetz damit, dass das reiche Kulturerbe der Türkei von westlichen Staaten im wörtlichen Sinn geplündert worden sei. Die Zöllner hätten die Augen zugedrückt, selbst wenn Touristen wertvolle Stücke im Gepäck gehabt hätten.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Der Prozess gegen den in der Türkei vorübergehend festgenommenen Polizeikommandanten des Kantons Wallis, Christian Varone, soll am 25. September beginnen. Das Gericht in Antalya habe den Termin festgesetzt, sagte Varones türkische Anwältin Yasemin Mataraci am Montag der Nachrichtenagentur dpa. mehr lesen 
Sitten - Christian Varones Kandidatur ... mehr lesen
Christian Varone (mi.).
Savièse VS - Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone hat den Stein in der Türkei selbst eingesteckt. Dies sagte er am Freitag vor den Medien in Savièse im Wallis. Der Stein sei etwa faustgross, schmutzig und trage keine Inschrift. mehr lesen 
Zürich - Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist am frühen Mittwochabend in die Schweiz zurückgereist. Nach der Landung am Flughafen in Zürich zeigte er sich «sehr froh, wieder in der Schweiz zu sein». Gegenüber der Türkei hege er aber keinen Groll. mehr lesen 
Sion - Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist am Montag auf der Rückreise von einer Ferienreise von der türkischen Polizei festgenommen worden. Ein nahe eines archäologischen Geländes aufgelesener Kieselstein wird als Grund für die Festnahme genannt. mehr lesen  6
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schönheit schützt vor Strafe nicht  Istanbul - Ein türkisches Gericht hat eine ehemalige Schönheitskönigin wegen Verunglimpfung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem Jahr und zweieinhalb Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. mehr lesen  
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 9°C 17°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 13°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 8°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 6°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 13°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten