Krankheit stärker verbreitet als vermutet
Chronisches Erschöpfungssyndrom oft bei Teens
publiziert: Mittwoch, 27. Jan 2016 / 09:39 Uhr
Teenager sind oft mehr als nur müde.
Teenager sind oft mehr als nur müde.

Bristol - Eines von 50 Kindern im Alter von 16 Jahren leidet unter einem Chronischen Erschöpfungssyndrom, das sechs Monate lang anhält. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Bristol.

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Die Experten gehen davon aus, dass fast zwei Prozent der 16-Jährigen unter dem Syndrom leiden und deshalb im Schnitt rund einen halben Tag pro Woche in der Schule fehlen. Die starke Müdigkeit bessert sich selbst durch Bettruhe nicht.

Die Forscher um Simon Collin analysierten die Daten von 5756 Kindern, die Teil der Avon Longitudinal Study of Parents and Children sind. Diese Studie konzentriert sich auf die Gesundheit von Müttern, ihrer Partner und ihrer Kinder. Die Forscher werteten die Daten in Bezug auf das Syndrom auffälliger Fragebögen aus, die von den Eltern und den Kindern ausgefüllt worden waren. Zusätzlich wurden Daten der National Pupil Database genutzt, um zu ermitteln, wie viele Tage die Kinder aufgrund der Krankheit in der Schule gefehlt hatten.

1,9 Prozent der 16-Jährigen leiden am Chronischen Erschöpfungssyndrom. Fast drei Prozent waren drei Monate oder länger betroffen. Im Vergleich mit Kindern ohne diese Krankheit, fehlten die Betroffenen rund einen halben Tag pro Woche in der Schule. Die Erkrankten stammten zudem eher aus Familien mit grösseren Problemen wie schlechten Wohnbedingungen, finanziellen Engpässen und Müttern, denen die Unterstützung fehlte. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin «Pediatrics» veröffentlicht.

Keine einfache Diagnose

Eine Diagnose des Syndroms ist schwierig, derzeit gibt es keinen Test. Die Symptome können von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein und sind auch bei anderen Krankheiten häufig. Es wird immer noch darüber diskutiert, ob es sich um eine wirkliche Krankheit handelt.

Frühere Studien von Collin haben ergaben, dass 94 Prozent der betroffenen Kinder angaben, dass man ihnen nicht geglaubt habe. Laut den Centers for Disease Control and Prevention leiden in den USA mehr als eine Mio. Menschen darunter. Die Krankheit ist bei Frauen häufiger als bei Männern und betrifft dann speziell die 40er- und 50er-Lebensjahre.

(bg/pte)

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