Churer Bischof Amédée Grab tritt zurück
publiziert: Montag, 5. Feb 2007 / 15:22 Uhr

Chur - Der 77-jährige Bischof Amédée Grab tritt nach achteinhalb Jahren als Oberhirte der Diözese Chur zurück. Papst Benedikt XVI. hat Grabs schon vor zwei Jahren eingereichte Demission angenommen, wie das Bistum Chur mitteilte.

Der 77-jährige Bischof Amédée Grab tritt zurück.
Der 77-jährige Bischof Amédée Grab tritt zurück.
Gleichzeitig hat Rom den Rücktritt von Weihbischof Peter Henrici, der vor bald vier Jahren 75 geworden ist, akzeptiert.

Das Kirchenrecht schreibt vor, dass Bischöfe dem Heiligen Stuhl im Alter von 75 Jahren den Rücktritt anbieten. Den Zeitpunkt des Rücktritts bestimmt aber der Papst.

In der Diözese Chur beginnt damit die so genannte «Sedisvakanz», die Zeit zwischen dem Rücktritt eines Bischofs und Neubesetzung des Amtes.

Grab, der letzten Samstag den 77. Geburtstag feierte, wird bis zur Wahl eines neuen Bischofs als Apostolischer Administrator des Bistums wirken. Er verfügt über alle Befugnisse und Vollmachten eines Diözesanbischofs.

In der Leitung der Diözese wird sich bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs somit nichts ändern. Die Annahme des Rücktritts durch den Papst ermöglicht es jedoch, das Verfahren für die Wahl und Ernennung des neuen Bischofs in Gang zu setzen, wie es weiter hiess.

Wahlverfahren nimmt mehrere Monate in Anspruch

Gewählt wird der neue Churer Bischof vom 24-köpfigen Domkapitel, das den Oberhirten aus einem Dreier-Vorschlag Roms bestimmen kann. Er rechne damit, dass das Wahlverfahren mehrere Monate in Anspruch nehmen werde, sagte Bistumssprecher Christoph Casetti auf Anfrage.

Über mögliche Grab-Nachfolger als Bischof von Chur wird seit einiger Zeit spekuliert.

Amédée Grab übernahm das Bischofsamt in Chur im August 1998. Zuvor hatte er die Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg geleitet. Es war das erste Mal, dass ein amtierender Bischof das Bistum wechselte.

Grabs Vorgänger, Bischof Wolfgang Haas, hatte in seiner zehnjährigen Amtszeit die Diözese tief gespalten. Der konservative Haas wurde vom Papst nach anhaltenden Protesten zum Vaduzer Erzbischof nach Liechtenstein wegbefördert.

(li/sda)

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