Clinton gewährt Obama offiziell ihre Unterstützung
publiziert: Samstag, 7. Jun 2008 / 19:22 Uhr / aktualisiert: Samstag, 7. Jun 2008 / 22:54 Uhr

Washington - US-Senatorin Hillary Clinton hat ihre Niederlage im Vorwahlkampf offiziell eingestanden und dem Sieger Barack Obama ihre Unterstützung zugesagt. Sie zog damit einen Schlusstrich unter die Auseinandersetzung der US-Demokraten.

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«Wir müssen unseren Kampf jetzt fortsetzen und unsere Ziele erreichen, indem wir unsere Energie, unsere Leidenschaften, unsere Stärken nehmen und alles uns Mögliche tun, um dafür zu sorgen, dass Barack Obamas zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird», sagte Clinton vor Tausenden Anhängern in Washington.

Diese waren im National Building Museum in der US-Hauptstadt zusammengeströmt, um die Abschiedsansprache der ehemaligen First Lady zu hören, die zu Beginn des Vorwahlkampfes vor fast einem Jahr als sichere Favoritin gegolten hatte. Viele Fans der kämpferischen Politikerin trugen T-Shirts mit Clintons Namen.

Ganze Familie Clinton auf der Bühne

«Es ist nicht ganz die Party, die ich mir vorgestellt habe, aber ich freue mich über Eure Gesellschaft», sagte die Senatorin. Sie war vor Beginn ihrer Rede mit ihrer Mutter, Ehemann Bill und Tochter Chelsea auf die Bühne gegangen.

TV-Kommentatoren zollten Clinton Lob für ihre Rede. «Das war ein ganz starker Versuch, ihre Anhänger in das Lager Obamas zu bringen», sagte ein Moderator des Senders MSNBC. «Eine vorbildhafte Rede», urteilte ein anderer.

Auch Parteifreunde applaudierten. «Eine grossartige Rede», sagte ein demokratischer Politiker: «Clinton hat uns daran erinnert, dass diese Wahl wichtiger ist als sie selbst und Senator Obama.»

Obama besser organisiert

Clinton hatte ihren Anhängern schon zuvor in einer Email ihre Entscheidung mitgeteilt. «Am Samstag werde ich Senator Obama meine Glückwünsche aussprechen und meine Unterstützung für seine Kandidatur verkünden», schrieb Clinton. «Dies war ein langer und hart umkämpfter Wahlkampf, aber wie ich immer gesagt habe, sind meine Differenzen mit Senator Obama klein im Vergleich mit Senator McCain und den Republikanern.»

Barack Obama steht seit Dienstag als Gewinner der Vorwahlen fest. Der Senator von Illinois hatte nach einhelliger Einschätzung von Beobachtern seinen Wahlkampf besser organisiert als Clinton und vor allem beim Spendensammeln alle Rivalen hinter sich gelassen.

Hin zu einer Annäherung

Nun muss Obama Clintons traditionelle Wählerschaft, die weisse Arbeiterklasse, Frauen und Hispanics, von sich überzeugen. «Es ist jetzt an ihm, meine Unterstützung zu gewinnen», sagte am Samstg eine Clinton-Anhängerin. Nach dem Vorwahlkampf gilt es für die Demokraten, für das Duell gegen John McCain Einigkeit herzustellen.

Clinton und Obama unternahmen bereits erste Schritte zu einer Annäherung. Bei einem Treffen am Donnerstag in Washington sprachen sie vermutlich über Clintons künftige Rolle im Wahlkampf und in einer demokratisch geführten US-Regierung.

Clintons hohe Schulden

Die Senatorin äusserte sich bisher nur vage zu ihren Plänen. Sie werde weiterhin tun, was sie schon seit langem mache: «Dafür arbeiten, dass jeder Amerikaner die Chancen bekommt, die ich selbst hatte.» Clinton beendete ihren Wahlkampf offiziell nicht völlig, sondern setzte ihn bloss aus.

Das gibt ihr die Möglichkeit, bis zum Nominierungsparteitag der Partei im Spätsommer noch Spenden zu sammeln. Während des Wahlkampfs hatte sie 30 Millionen Dollar Schulden aufgehäuft.

(fest/sda)

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