Clinton kritisiert Guantanamo
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 19:54 Uhr

London - Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat das umstrittene Gefangenenlager in Guantanamo Bay auf Kuba scharf kritisiert.

Die USA halten auf Guantanamo Bay nach Angaben des Pentagon etwa 520 Menschen fest.
Die USA halten auf Guantanamo Bay nach Angaben des Pentagon etwa 520 Menschen fest.
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"Es muss entweder geschlossen oder aufgeräumt werden", sagte Clinton in einem Interview.

Soldaten aus den USA und Grossbritannien seien einem sehr viel grösseren Risiko ausgesetzt, wenn sie den Ruf hätten, Menschen zu misshandeln, sagte Clinton der britischen Zeitung "Financial Times" in einem Interview. Es sei an der Zeit, dass die Geschichten über Übergriffe auf Insassen ein Ende nähmen.

In den vergangenen Wochen war der US-Militärstützpunkt nach einer Diskussion über Misshandlungen Gefangener und Koran-Schändungen zunehmend in Verruf geraten.

Clinton ist nicht allein

Vor Clinton hatten sich bereits andere renommierte Politiker wie der einstige US-Präsident Jimmy Carter in die Debatte eingeschaltet. Carter forderte wie auch einige Vertreter der US-Regierung eine Schliessung des Lagers. Vize-Präsident Dick Cheney hatte dies jedoch zurückgewiesen.

Die USA halten auf Guantanamo Bay nach Angaben des Pentagon etwa 520 Menschen fest, die meisten von ihnen wurde vor gut drei Jahren in Afghanistan gefangen genommen. Angeklagt wurden jedoch bisher nur vier Insassen.

Die USA betrachten die Guantanamo-Gefangenen als "feindliche Kämpfer" und verweigern ihnen die Rechte, die ihnen die Genfer Konvention als "Kriegsgefangene" zugestehen würde.

(sl/sda)

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