Zehntausende Besucher
Cliquen-Schaulaufen unter stahlblauem Basler Himmel
publiziert: Montag, 10. Mrz 2014 / 07:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Mrz 2014 / 17:35 Uhr

Basel - Bei schönstem Sonnenschein und Temperaturen um 15 Grad hat am Montagnachmittag der Cortège der Basler Fasnacht begonnen. Weder das Publikum noch die aktiven Fasnächtler mussten sich mit Thermowäsche einkleiden; bereits war die Rede von der «Badehosen-Fasnacht».

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"Gäll, blyb suuber" lautet das Motto der Fasnacht 2014, womit ursprünglich die Wegwerfmentalität aufs Korn genommen werden sollte. Nach den zahlreichen Skandalen in der Region erhielt das Motto eine andere Bedeutung.

Bereits am Morgenstreich zeigte sich die Vielfalt der Sujets, die von den Cliquen ausgespielt wird. Diese reicht von den vielen Baustellen in der Stadt über die zunehmende Zahl an Verboten bis zum NSA-Spionageskandal. Gespottet wird auch über den geplanten VIP-Treffpunkt "Club de Bâle" oder über jene Persönlichkeiten, die in Skandale verwickelt waren.

Die Basler Fasnacht begann mit dem Morgenstreich um vier Uhr früh. Zehntausende drängten sich in der verdunkelten Basler Innenstadt, um das Spektakel mit Fasnachtslaternen und Trommel- und Piccolomärschen zu erleben.

Die Glocken schlugen vier Uhr, als in der Basler Altstadt die Strassenbeleuchtung erlosch und die Tambourmajore unter der Larve hervor ihr "Morgestraich, vorwärts marsch!" riefen. Das von aktiven Fasnächtlern langersehnte Kommando gab den Start, und die Cliquen pfiffen und trommelten die ersten Takte des Morgenstreichmarsches.

Die Cliquen zogen hinter ihren farbenprächtig leuchtenden Laternen durch Strassen und Gassen, blieben im Gedränge stecken, kamen voran. Die grossen Züge - Stamm, junge und alte Garde zusammen - tönten mächtig, wenn sie an der dichtgedrängt stehenden Menge vorbeizogen. Kleine Gruppen suchten sich derweil unbeirrt ihren Weg.

Basler Fasnachtssound

Und über allem lag der kakofonische Basler Fasnachtssound, der einem Teil der Basler Bevölkerung das Herz höher schlagen und den andern Teil in die Skiferien fliehen lässt. Bis Donnerstagmorgen wird er anhalten. "Kopf abschalten und dann drei Tage geniessen", sagte kurz vor dem Morgenstreich ein Guggenmusik-Tambourmajor am Basler Lokalradio "Basilisk".

Von der Wanze zum VIP-Club

Eindrücklich waren am Morgenstreich etwa die Laternen der Sans-Gêne-Clique mit einem Schwein, einen Totenschädel in Händen und auf einem Fleischwolf sitzend, oder der Lälli-Clique mit einer Riesenwanze im Kabelsalat. Auch die Spale-Clique mit Ikarus beim Stratosphärensprung oder die Versoffene Deecht mit "Lampe Dussa" blieben haften.

Die Giftschnaigge tragen ein Riesenschlüsselloch mit einem Spionspanner dahinter umher, "s grooss Brumme, das isch umme" meint die Spezi-Clique zum Bienensterben, und die Wettstai-Clique fragt "Quo v(b)adis Mittelstand?" - auf der Laterne treiben drei Bebbi in Rettungsringen und mit Baslerhut einen dreckigen Rhein hinunter.

Andere Laternen zeigen liebevoll gemalte Baustellen oder detailgetreu die Rheinfassade des früheren Traditionslokals Café Spillmann, das zum steiflippigen "Club de Bâle" umfunktioniert wird. Viele Sujets lassen sich aber auf der Laterne allein noch nicht ganz ergründen - sie eröffnen sich erst am Cortège, an dem die Cliquen ihre Sujets auch mit Kostüm, Laterne und Requisiten ausspielen.

Rund 11'200 Aktive

466 so genannte Fasnachtseinheiten haben sich beim Fasnachtscomité für den Umzug durch die Innenstadt angemeldet. Die Gesamtzahl der Aktiven an den drei Fasnachtstagen schätzt das Comité auf rund 11'200.

(fest/sda)

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