Ski nordisch
Cologna rückt Northug auf die Pelle
publiziert: Sonntag, 1. Jan 2012 / 17:31 Uhr
Dario Cologna (l.), daneben die Deutschen Tobias Angerer und Jens Filbrich.
Dario Cologna (l.), daneben die Deutschen Tobias Angerer und Jens Filbrich.

Dario Cologna und Petter Northug machen die Tour de Ski so spannend wie noch nie seit deren Einführung vor sechs Jahren. Bei Halbzeit der Rennserie weist der Norweger nur 1,1 Sekunden Vorsprung auf den Bündner auf.

Zu einem ersten Höhepunkt dieser Tour de Ski gestaltete sich am Neujahrstag das Verfolgungsrennen über je 10 km in klassischer und freier Technik mit Skiwechsel. Spektakulär wurde der Wettkampf vor allem durch die drei Zwischenspurts pro Lauftechnik um Bonussekunden. Im Diagonalstil hielt sich Northug vornehm zurück. Cologna hingegen mischte ab der zweiten Wertung mit und entschied gar den dritten Spurt für sich.

Weil Northug mit der roten Startnummer des Gesamtersten gegen Ende des Klassisch-Abschnitts etwelche Mühe bekundete, war Cologna sogar theoretischer Leader. Doch es war abzusehen, dass diese Situation nicht Bestand haben würde. Der Norweger entschied zwei der drei Spurts des zweiten Wettkampfteils für sich, und vor allen Dingen trumpfte der norwegische Langlauf-König im Ziel wieder mit seiner unvergleichlichen Endschnelligkeit auf. Aus der vierten Position katapultierte sich Northug auf den letzten 150 m so explosiv nach vorne, dass er im Ziel Erster war. Cologna blieb um 0,3 Sekunden geschlagen.

Unter dem Strich lautete das Fazit so, dass Cologna 49 Sekunden Zeitgutschrift herausholte, Northug 45. Damit reduzierte der Bündner seinen Rückstand von 4,9 Sekunden nach dem Regen-Sprint von Silvester auf 1,1 Sekunden. Alexander Legkow und Maxim Wilegschanin als Leader des russischen Distanz-Teams weisen auf den Rängen 3 und 4 52,3 respektive 59,8 Sekunden Rückstand auf. Zum Vergleich: Vor Jahresfrist führte Cologna in Oberstdorf die Rangliste mit 45,9 Sekunden Vorsprung auf Devon Kershaw (Ka) an. Ohne Northug sähe das Kräfteverhältnis erneut ähnlich aus.

«Mir ist ein gutes Rennen gelungen. Es gelang mir, mehr Bonussekunden zu erobern als Northug. Während des Rennens schaute ich stets, in welcher Position er sich befand. So konnte ich auch aus taktischer Sicht die richtigen Entscheide treffen», sagte Cologna. Das Schweizer Team trat noch am späten Nachmittag des 1. Januars die Weiterreise nach Toblach an. Für den ersten Ruhetag dieser Tour de Ski galt für Dario Cologna die Devise, «möglichst viel schlafen und mich gut erholen. Dazu kommt ein leichtes Training, um den Körper in Schuss zu halten.»

Nachdem es um ihn etwas ruhig geworden war, wartete Curdin Perl als Neunter mit seiner besten Leistung dieses Winters auf. Der Engadiner bezeichnete im Rückblick seinen 39. Platz im Klassisch-Sprint als zufriedenstellend. Im Verfolgungsrennen musste der letztjährige Tour-Vierte «richtig beissen.» Umso besser lief es dafür auf der Skating-Strecke. Perl: «Ich hatte einen 'geilen' Ski unter den Füssen. Am Schluss zahlte es sich aus, dass ich mich aus den Spurts heraushielt, was mir erlaubte, bis ins Ziel stark durchzulaufen.» Endlich gehe es richtig vorwärts, fügte Perl an, der beinahe ein ganzes Jahr lang darauf warten musste, es so weit nach vorne zu schaffen. Aber, so fügte Perl an: «Im Vergleich zur letzten Tour de Ski fehlt immer noch etwas. Wenn es hart auf hart geht, muss ich noch zu stark kämpfen.»

Bemerkenswert war immerhin, dass Perl die 10 km Skating in der schnellsten Zeit aller 88 in der Tour de Ski verbliebenen Teilnehmer zurücklegte. Am Schluss stand dem Bündner verdienterweise das Glück zur Seite. Perl: «In der letzten Abfahrt trug es mich in einer Kurve beinahe in die Abschrankung hinaus. Mit knapper Not gelang es mir, mich auf den Ski zu halten.»

Bemerkenswert war immerhin, dass Perl die 10 km Skating in der schnellsten Zeit aller 88 in der Tour de Ski verbliebenen Teilnehmer zur

Bei den Frauen wurde Justyna Kowalczyk im vierten Rennen erstmals geschlagen. Die Polin nahm zwar die letzte Abfahrt als Erste in Angriff. Marit Björgen wählte aber eine schnellere Linie und kam so vor der Tour-Gesamtersten ins Ziel. Der Rückstand Björgens blieb mit 26,6 Sekunden aber praktisch unverändert.

Resultate:
Tour de Ski 2011/12. Oberstdorf (De). 4. Etappe. Männer. Gesamtklassement: 1. Petter Northug (No) 1:37:24,1. 2. Dario Cologna (Sz) 1,1 zurück. 3. Alexander Legkow (Russ) 52,3. 4. Maxim Wilegschanin (Russ) 59,8. 5. Devon Kershaw (Ka) 1:03,3. 6. Marcus Hellner (Sd) 1:06,5. 7. Maurice Manificat (Fr) 1:20,1. 8. Tobias Angerer (De) 1:29,3. 9. Lukas Bauer (Tsch) 1:30,5. 10. Dimitri Tschaparow (Russ) 1:40,9. - Die weiteren Schweizer: 22. Curdin Perl 2:48,9. 63. Remo Fischer 7:04,4. 84. Roman Furger 11:23,3. - 88 klassiert.

Verfolgungsrennen (je 10 km klassische und freie Technik): 1. Northug 50:27,3. 2. Cologna 0,3. 3. Wilegschanin 0,6. 4. Hellner 1,5. 5. Kristian Tettli Rennemo (No) 1,7. 6. Kershaw 2,6. 7. Alex Harvey (Ka) 4,9. 8. Martin Jaks (Tsch) 5,0. 9. Perl 6,1. 10. Christophe Périllat (Fr) 6,5. - Ferner: 60. Fischer 2:44,0. 88. Furger 7:13,9.

Weltcup (14/37): 1. Northug 780. 2. Cologna 680. 3. Manificat 378. 4. Hellner 369. 5. Legkow 336. 6. Harvey 299. - Die weiteren Schweizer: 43. Fischer 68. 47. Eligius Tambornino 61. 57. Jöri Kindschi 42. 62. Perl 36. 74. Martin Jäger 27. 99. Toni Livers 12. 105. Jovian Hediger 9. - 125 klassiert.

Frauen. Gesamtklassement: 1. Justyna Kowalczyk (Pol) 1:00:19,8. 2. Marit Björgen (No) 26,6. 3. Therese Johaug (No) 1:06,6. 4. Kikkan Randall (USA) 3:02,1. 5. Aino-Kaisa Saarinen (Fi) 3:04,9. 6. Charlotte Kalla (Sd) 3:10,7. 7. Krista Lähteenmäki (Fi) 3:14,2. 8. Kristin Stoermer Steira (No) 3:39,5. 9. Ingvild Flugstad Oestberg (No) 3:43,0. 10. Riikka Sarasoja-Lilja (Fi) 3:46,9.

Verfolgungsrennen (je 5 km klassische und freie Technik): 1. Björgen 27:16,0. 2. Kowalczyk 1,6. 3. Johaug 1,8. 4. Steira 35,3. 5. Sarasoja-Lilja 45,3. 6. Kalla 45,6. 7. Randall 45,9. 8. Riitta-Liisa Roponen (Fi) 46,4. 9. Lähteenmäki 55,5. 10. Marthe Kristoffersen (No) 58,1.

Weltcup (14/37): 1. Björgen 737. 2. Kowalczyk 593. 3. Johaug 591. 4. Randall 583. 5. Vibeke Skofterud (No) 479. 6. Kalla 462. - Die Schweizerinnen: 23. Laurien Van der Graaff 137. 58. Bettina Gruber 25. 67. Doris Trachsel 11. - 90 klassiert.

(fest/Si)

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