Colognas Form stimmte nicht
publiziert: Sonntag, 6. Mrz 2011 / 23:29 Uhr
Ein enttäuschter Dario Cologna heute nach dem 50-km-Rennen.
Ein enttäuschter Dario Cologna heute nach dem 50-km-Rennen.

Für Dario Cologna erfüllte sich der Traum eines Medaillengewinns an den WM in Oslo nicht. Der Bündner war im 50-km-Lauf ausser Form und musste sich mit dem Platz 20 begnügen. Petter Northug gewann sein drittes Gold.

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Was sich in den vorangegangenen Rennen abgezeichnet hatte, bestätigte sich über die längste Distanz schonungslos. Der Weltcupleader verfügte an den Titelkämpfen nicht mehr über jenen Power, der ihn in der ersten Januarwoche zum Triumph in der Tour de Ski geführt hatte. Bereits 8 km vor dem Ziel musste Cologna aus der 15-köpfigen Spitzengruppe abreissen lassen.

«Mir fehlte die Kraft. Die Form stimmt nicht», sagte er. «Ich bin kein Roboter. In Oslo ist er mir nicht aufgegangen.» Er sei enttäuscht, sein Ziel habe er am Holmenkollen nicht erreicht. Er müsse jetzt etwas Abstand nehmen und vorwärts schauen. «Ich bin jung, ich werde noch die Chance erhalten, eine WM-Medaille zu gewinnen», fügte der Olympiasieger hinzu.

Formhöhepunkt anders ausrichten

«Wir werden wohl in Zukunft den Formhöhepunkt konsequenter auf den Grossanlass ausrichten», sagte Disziplinenchef Hippolyt Kemf in einer ersten Analyse: «Wir haben mit dem ersten Höhepunkt während der Tour de Ski eine offensive Strategie gewählt. Sie kann aufgehen, aber sie birgt ein gewisses Risiko.» Die Gratwanderung einer zweigipfligen Formkurve gelang dem Schweizer Team nicht. Auch Remo Fischer (37.), Curdin Perl (44.) und Toni Livers (55.) zeigten ähnliche Symptome wie Cologna. Anfänglich liefen sie im Pulk mit, doch die Kräfte liessen früher nach als erwartet. «Ich hatte keine Chance, er war ein Überlebenskampf. Die Form ist nicht so, wie sie an einer WM sein sollte», sagte Fischer.

Einzelne Athleten sprachen zwar von schlechtem Material, doch Kempf liess dies nicht gelten: «Wer müde ist, steht auch schlecht auf dem Ski. Heute waren wir in diesem Bereich kompetitiv.» Im Verlaufe der WM seien zwar Probleme bei der Skipräparierung aufgetreten, aber in erster Linie für die klassischen Latten.

Northug unwiderstehlich

Mit der Steuerung des Formaufbaus hatten die Norweger alles im Griff. Der endschnelle Petter Northug widerstand in der letzten Steigung einem Angriff des Russen Maxim Wilegschanin. Danach hatte der Norweger freie Bahn zum Gewinn seiner dritten Goldmedaille an diesen Titelkämpfen nach dem Verfolgungsrennen und der Staffel. Als Northug auf der Zielgeraden einbog, interessierte nicht mehr der sportliche Zweikampf sondern die Frage, zu welcher Geste sich der extrovertierte Athlet hinreissen lässt. Doch der Olympiasieger sorgte für kein Aufsehen und fuhr geradeaus über den roten Strich. Der 50-km-Olympiasieger war erst der vierte Läufer, dem in der Geschichte der nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Fünfziger die erfolgreiche Titelverteidigung gelang.

«Dieses 50-km-Rennen war im vergangenen Jahr jede Stunde in meinem Kopf. Der Sieg nimmt eine riesige Last von meinen Schultern. Heute war alles perfekt, die Fans haben mir Kraft gegeben», sagte Northug nach dem Sieg im Königsrennen.

Wilegschanin auf Platz 2

Wilegschanin blieb vor über 100'000 Zuschauer im Stadion und an der Strecke wie schon im Verfolgungsrennen, aber auch schon im 50-km-Marathon an den WM 2009 in Liberec (Tsch) der zweite Platz. Mit Tord Asle Gjerdalen auf Rang 3 schaffte es ein zweiter Norweger auf das Podest. Die von Sprint-Weltmeister Marcus Hellner angeführten Schweden verpufften ihre Kräfte zwischen Kilometer 35 und 45. Hellner hatte mit seiner Tempoverschärfung zwar die rund 40-köpfige Spitzengruppe halbiert, kam aber nicht weg.

Anders als an den Vortagen erhielten die drei Topläufer ihre Medaille noch im Skistadion. Norwegens König Harald V. und der Schweizer FIS-Präsident Gian-Franco Kasper übergaben die Trophäen, ehe die Titelkämpfe im Rahmen einer kleinen Schlussfeier beendet wurden.

(fest/Si)

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