ComCom senkt Preis der Swisscom für «letzte Meile»
publiziert: Mittwoch, 24. Sep 2008 / 10:32 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Sep 2008 / 18:11 Uhr

Bern - Die Swisscom kann für die «letzte Meile» bei den Hausanschlüssen von ihren Konkurrenten gemäss Entscheid der Eidg. Kommunikationskommission ComCom nur noch 18.18 Franken verlangen. Dies nährt Hoffnungen auf tiefere Preise für die Konsumenten.

Die ComCom reduziert die meisten Interkonnektionspreise der Swisscom um 25 bis 30 Prozent.
Die ComCom reduziert die meisten Interkonnektionspreise der Swisscom um 25 bis 30 Prozent.
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«Wir wollen den Markteintritt weiterer Telekom-Anbieter erleichtern», sagte René Dönni vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Swisscom-Mitbewerber hatten bei den zuständigen Behörden eine Reihe von Klagen wegen der marktbeherrschenden Stellung des «blauen Riesen» eingereicht.

Bereits im März senkte die Swisscom aus eigenen Stücken den ursprünglichen Entbündelungspreis von 31 Franken für die letzte Meile auf 23.50 Franken. Die letzte Meile ist am 1. April 2007 überhaupt erst für Mitbewerber der Swisscom per Gesetz zugänglich gemacht worden.

Der Wert 18.18 Franken sei Ergebnis «seriöser und umfangreicher» Kostenanalysen und Preisberechnungen, sagte ComCom-Präsident Marc Furrer. Hinter der Zahl verbirgt sich auch die Nummer einer von der Swisscom unabhängigen Telefon-Auskunft.

Preissenkungen: Druck steigt

BAKOM-Direktor Martin Dumermuth erwartet nun «mit ziemlicher Sicherheit» Preissenkungen zugunsten der Konsumenten. Der Anbieter Sunrise habe den ComCom-Entscheid erwartet und Preise für Angebote bereits gesenkt, wie Sunrise-Sprecher Michael Burkhardt der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ob Sunrise-Dienste weiter verbilligt werden, konnte er am Mittwoch hingegen nicht sagen.

Für den Telekom-Konzern Orange, er gehört wie Sunrise zu den Klägern gegen Swisscom, geht der ComCom-Beschluss in die richtige Richtung. Orange analysiert den ComCom-Entscheid, sobald dessen genauer Wortlaut verfügbar ist. Die wird gemäss ComCom im Laufe des Oktobers der Fall sein.

Swisscom muss zahlen

Den Telekom-Anbietern kommt zudem entgegen, dass die Swisscom nach den ComCom-Beschluss ihren Mitbewerbern die Mitbenützung ihrer Anlagen billiger verrechnen muss: Der Zugang zu Swisscom-Gebäuden (so genannte «Kollokation») wird je nach baulichem Aufwand 50 bis 80 Prozent billiger.

Zur Kasse gebeten wird Swisscom, weil auch die Preise für die Mitbenutzung des Swisscom-Festnetzes («Interkonnektion») fallen: Weil der blaue Riese gemäss ComCom-Beschluss seinen Mitbewebern für diese Dienste für 2007 und 2008 rückwirkend zwischen 12 und 24 Prozent weniger fakturieren kann, entstehen nach Berechnung der Behörden Kosten von etwas über 100'000 Franken.

Die ComCom hat zudem für 2007 rückwirkend den monatlichen Preis für die letzte Meile auf 16.92 Franken gesenkt. Dies fällt für die Swisscom finanziell aber kaum ins Gewicht, weil 2007 nur wenige Anschlüsse entbündelt wurden. Nach BAKOM-Angaben sind schweizweit im Moment 6000 bis 7000 Anschlüsse entbündelt.

Weitere Verfahren möglich

ComCom-Chef Furrer verspricht sich durch den jüngsten Entscheid seiner Behörde mehr Rechtssicherheit auf dem Telekom-Markt. Allerdings wird im Falle einer erneuten Klage - seitens der Swisscom oder ihrer Mitbewerber - schon im kommenden Jahr ein neuer Regulierungs-Entscheid notwendig.

Ob die Swisscom die ComCom-Entscheidung anficht, wurde vom Konzern am Mittwoch weder dementiert noch bestätigt. Wenn die Begründung der ComCom im Rahmen des Gesetzes liege, verzichte Swisscom auf einen Rekurs, hiess es in einer ersten Stellungnahme.

(fest/sda)

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