Vuelta Etappensieg für Italiener Cataldo
Contador kann die Festung Rodriguez nicht knacken
publiziert: Montag, 3. Sep 2012 / 18:06 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Sep 2012 / 19:57 Uhr
Wieder Jubel von Joaquin Rodriguez über seine Gesamtführung. (Archivbild)
Wieder Jubel von Joaquin Rodriguez über seine Gesamtführung. (Archivbild)

Der Spanier Joaquim Rodriguez schickt sich an, erstmals eine grosse Rundfahrt zu gewinnen. Der Katalane behauptete sich auch in der 16. Etappe der Spanien-Rundfahrt mit dem unglaublich harten Schlussaufstieg nach Cuitu Negru als souveräner Leader.

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Die 67. Vuelta bietet einen Parcours, der den Fahrern alles abverlangt. Die Organisatoren liessen bei der Planung der Rundfahrt praktisch keinen Hügel aus. Für das Ende der 16. Etappe setzten sie diesbezüglich sogar noch einen drauf. Die letzten drei Kilometer vom Puerto Pajares hinauf zum Ziel wurden extra für die Vuelta asphaltiert, und so entstand eine schon fast als grenzwertig zu bezeichnende Rampe mit bis zu 24 Steigungsprozenten, welche die Fahrer an ihre Limite führte.

Der Italiener Dario Cataldo und der Belgier Thomas de Gendt, die schon nach gut 50 der 183,5 km ausgerissen waren und am Ende um den Tagessieg kämpften, fielen jedenfalls im spektakulären Finish fast vom Rad. Man hatte schon beinahe Angst, dass sie die letzten Meter zu Fuss bewältigen müssen. Cataldo gewann schliesslich 7 Sekunden vor De Gendt, der am Giro Gesamt-Dritter und Gewinner der Königsetappe hinauf aufs Stifserjoch geworden war. Der italienische Zeitfahr-Meister aus der belgischen Equipe von Omega-Quickstep feierte so seinen bisher mit Abstand grössten Erfolg.

Fehlende Rennkilometer

Im Rücken der beiden für die Gesamtwertung ungefährlichen Flüchtlinge, die den Schlussaufstieg mit siebeneinhalb Minuten Reserve in Angriff genommen hatten und davon noch gut zweieinhalb Minuten Vorsprung ins Ziel retteten, liess Alberto Contador wie schon an den Vortagen nichts unversucht. In der Schlusssteigung hatte Contador seine Mannschaft angewiesen, mit einem hohen Tempo das Rennen hart zu machen. Der Brite Chris Froome wurde Opfer dieser Zermürbungs-Taktik, doch der Gesamt-Zweite der Tour de France, der weitere zweieinhalb Minuten einbüsste, hatte schon am Sonntag nicht mehr mithalten können. Auch der Gesamt-Dritte Alejandro Valverde büsste zuletzt ein paar Sekunden ein. Sein Rückstand ist mittlerweile auf über zwei Minuten angewachsen.

Contador wollte indes die Festung Rodriguez knacken, doch dieses Unterfangen gelang ihm nicht. "Purito ist in der Form seines Lebens, und mir selber fehlen die Rennkilometer", hatte Contador schon tags zuvor festgestellt. Im ersten grossen Rennen nach seiner Dopingsperre scheint er noch nicht so weit, Rodriguez am Gesamtsieg zu hindern. Sein Gegner aus Katalonien konterte sämtliche Attacken, und auf den letzten Metern konnte sich der Leader gar noch leicht absetzen. Rodriguez fuhr zwei Sekunden vor Contador als Dritter der Etappe ein. Dank der vier Sekunden Bonifikation konnte er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung um weitere sechs Sekunden ausbauen. Neu liegt der 33-Jährige 28 Sekunden vor Contador.

Contador hofft auf einen Regentag

Noch hat Contador den zweiten Gesamtsieg an der Vuelta nach 2008 nicht abgeschrieben. "Es bleibt noch eine Woche", machte er sich selber Mut, "vielleicht erleben wir ja auch noch einmal einen Regentag. Bei solchen Verhältnissen habe ich schon oft reüssiert." Doch nach der neuesten Niederlage klang diese Aussage eher wie eine Durchhalte-Parole.

Fortgesetzt wird die Vuelta nach einem Ruhetag erst am Mittwoch. Geschont werden die Fahrer erneut nicht. Auch die 17. Etappe geht mit einer Bergankunft zu Ende. Die letzte Rampe ist zwar nicht allzu steil, mit über 17 km aber sehr lang. Danach bietet sich nurmehr eine Chance. Am Samstag folgt die zehnte und letzte Etappe, die in einer Schlusssteigung entschieden wird.

Resultate:
67. Spanien-Rundfahrt. 16. Etappe, Gijon - Valgrande-Pajares/Cuitu Negru (183,5 km): 1. Dario Cataldo (It) 5:18:28 (34,6 km/h). 2. Thomas de Gendt (Be) 0:07 zurück. 3. Joaquim Rodriguez (Sp) 2:39. 4. Alberto Contador (Sp) 2:41. 5. Alejandro Valverde (Sp) 2:58. 6. Nairo Quintano (Kol) 3:24. 7. Igor Anton (Sp) 4:07. 8. Andrew Talansky (USA) 4:15. 9. Laurens Ten Dam (Ho) 4:18. 10. Robert Gesink (Ho) 4:21. Ferner: 12. Daniel Moreno (Sp) 4:42. 14. Christopher Froome (Gb) 5:11. 73. Steve Morabito (Sz) 25:59. 84. Gregory Rast (Sz) 26:34. - 182 Fahrer gestartet, 181 klassiert. - Nicht gestartet: Cameron Meyer (Au).

Gesamtklassement: 1. Rodriguez 63:38:24. 2. Contador 0:28. 3. Valverde 2:04. 4. Froome 4:52. 5. Moreno 6:58. 6. Gesink 7:28. 7. Talansky 8:28. 8. Ten Dam 9:00. 9. Igor Anton (Sp) 9:11. 10. Nicolas Roche (Irl) 11:44. Ferner: 32. Morabito 39:16. 97. Rast 1:59:47.

(fest/Si)

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