Anti-Doping-Programm nur «Propaganda»
Conte: 60 Prozent der Olympioniken gedopt
publiziert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 10:42 Uhr
Gemäss Victor Conte reichen die Tests an den Olympischen Spielen nicht aus.
Gemäss Victor Conte reichen die Tests an den Olympischen Spielen nicht aus.

Victor Conte, Hauptschuldiger im Balco-Skandal, hält das Anti-Doping-Programm bei den Olympischen Spielen in London für Augenwischerei.

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«Das ist Propaganda, wenn sie sagen, das sind die am teuersten getesteten Spiele der Geschichte und sie machen 6000 Tests», sagte Conte der Times. «Sie müssten die Angel auswerfen, wenn die Fische beissen, und das war vor neun Monaten. Ist es einfach, zu dopen und davon während Olympia zu profitieren? Ja.» Er geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Sportler bei den Spielen in London betrügen.

Victor Conte war Gründer und Inhaber des mittlerweile aufgelösten kalifornischen Unternehmens Balco und 2003 für einen der grössten Dopingskandale der Sportgeschichte verantwortlich. Die Firma, die mit Nahrungsergänzungsmitteln handelte, versorgte über mehrere Jahre hinweg Sporter aus aller Welt mit Steroiden und Wachstumshormonen. Kunde war damals unter anderem auch der später überführte britische Dopingsünder Dwain Chambers, der in London wieder über die 100 Meter an den Start gehen durfte.

Conte wurde 2005 zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, vier weitere Monate stand er unter Hausarrest. Der Balco-Skandal hatte zahlreiche Haftstrafen zur Folge, unter anderem US-Sprinterin Marion Jones musste ins Gefängnis und ihre fünf Medaillen von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zurückgeben.

(bert/Si)

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