«Costa»-Kapitän Schettino unter Druck
«Costa Concordia»-Kapitän verstrickt sich in Widersprüche
publiziert: Mittwoch, 25. Jan 2012 / 19:37 Uhr
Der Kapitän des Unglückschiffs «Costa Concordia» gerät immer mehr in Bedrängnis.
Der Kapitän des Unglückschiffs «Costa Concordia» gerät immer mehr in Bedrängnis.

Rom - Der schwer beschuldigte und unter Hausarrest stehende Kapitän der havarierten «Costa Concordia» verstrickt sich in Widersprüche. Am Tag nach dem Unglück sagte Francesco Schettino laut Medien einem Freund in einem Telefongespräch, er habe das Schiff frühzeitig verlassen.

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Mehrere von einem Carabinieri-Posten abgehörte Telefonate des 52-Jährigen scheinen seinen Aussagen im Verhör zu widersprechen. «Als ich gesehen habe, dass sich das Schiff neigte, habe ich mich heruntergestürzt», gibt die Turiner «La Stampa» am Mittwoch Teile des Gesprächs wieder.

Damit verrate sich Schettino, schreibt das Blatt, weil er bei seiner offiziellen Vernehmung ausgesagt hatte, er sei während der Evakuierung zufälligerweise von dem Schiff in ein Rettungsboot gefallen. Die Gespräche wurden in einer Carabinieri-Kaserne von Orbetello abgehört, in der er sich nach der Havarie kurz aufhielt.

Laut «La Repubblica» sagte Schettino am Telefon auch, die Verbeugung genannte nähere Route an die Insel Giglio heran habe ein «Manager» nachdrücklich von ihm verlangt. Unklar ist, um wen es sich handelt. Schettino hatte die Reederei Costa Crociere bereits vorher beschuldigt, ein riskantes Heranfahren aus Werbezwecken gefordert zu haben.

Reederei im Fokus

Auch von anderer Seite wuchs der Druck auf Costa Crociere weiter. Um die Verantwortung der Reederei bei dem Unglück vor der toskanischen Küste zu untersuchen, trafen sich Chefankläger Francesco Verusio und der Florenzer Staatsanwalt Beniamino Deidda im Gericht von Grosseto. Am Nachmittag stand zudem die Anhörung von Costa-Chef Pier Luigi Foschi im italienischen Senat an.

Suche geht weiter

Vor Giglio ging die Suche nach Vermissten nach einer Unterbrechung wegen schlechten Wetters weiter. Marine-Taucher sprengten sich einen noch grösseren Zugang zu dem dritten Deck des havarierten Schiffes frei, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Noch immer werden mehr als 20 Menschen vermisst. In dem Schiff noch Überlebende zu finden, käme aber nach Einschätzung des Krisenstableiters Franco Gabrielli einem Wunder gleich. Geborgen wurden bisher 16 Leichen.

Gleichzeitig liefen die Vorarbeiten für das Abpumpen des Treibstoffs auf Hochtouren. Die Bergung des giftigen Schweröls aus den Tanks kann voraussichtlich nicht vor diesem Samstag beginnen.

(asu/sda)

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