Couchepin-Versprecher erregt die Gemüter
publiziert: Mittwoch, 6. Feb 2008 / 17:22 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Feb 2008 / 23:02 Uhr

Bern - Wiederum sorgt eine Äusserung von Bundespräsident Pascal Couchepin für Aufregung. In einer Kommissionssitzung wollte Couchepin im Zusammenhang mit Versuchen am Menschen vom KZ-Arzt Josef Mengele sprechen - allerdings wurde daraus zunächst «Mörgele».

Wiederum sorgt eine Äusserung von Bundespräsident Pascal Couchepin für Aufregung.
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Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Südostschweiz». Vehement widerspricht das EDI indes der Darstellung der Zeitung, Couchepin habe den Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli mit dem Nazi-Massenmörder verglichen.

Es habe sich um einen Versprecher gehandelt, den Couchepin sofort korrigiert habe, stellt das EDI in einer Medienmitteilung fest. Es verstehe sich wohl von selbst, dass niemand in der Schweiz heute mit dem Auschwitz-Arzt Mengele verglichen werden könne, vor allem nicht ein demokratisch gewählter Parlamentarier.

«Ungeheure Beleidigung»

Falls sich jemand verletzt fühle durch diesen Versprecher, so bedaure dies Bundespräsident Couchepin, zumal er keine heute lebende Person anvisiert habe.

Gegenüber der SF-Tagesschau sagte der gegenwärtig im Ausland weilende Mörgeli, Couchepins Verhalten stelle nicht nur ihm gegenüber eine «ungeheure Beleidigung» dar, sondern sei auch eine ungeheure Beleidigung der Opfer von Mengele und eine Verharmlosung von dessen Taten. Couchepin sei für die Schweiz als Bundespräsident nicht mehr tragbar.

Letzten Herbst hatte Couchepin mit der Aussage für Aufregung gesorgt, das derzeitige politische Klima erinnere ihn an die 1930-er Jahre und den Personenkult um den Duce Benito Mussolini.

(smw/sda)

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