Couchepin droht Krankenkassen
publiziert: Sonntag, 25. Sep 2005 / 14:58 Uhr

Bern - Gesundheitsminister Pascal Couchepin belebt die Diskussion um die Massnahmen zur Senkung der Gesundheitskosten mit weiteren Vorschlägen.

Pascal Couchepin redet bei den Krankenkassen Klartext.
Pascal Couchepin redet bei den Krankenkassen Klartext.
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Er plant die Einführung von Bussen für Krankenkassen, die versuchen, teure Patienten abzustossen.

Wenn festgestellt werde, dass Kassen aktiv probieren, kranke und alte Menschen loszuwerden, müsse man zu Sanktionen greifen, sagte Couchepin in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Kassen abschrecken

«Ich kann mir vorstellen, Bussen von bis zu 10 Prozent des Umsatzes zu verhängen», so Couchepin. Das werde die Kassen abschrecken.

Die einzelnen Kassen hätten in dieser Frage unterschiedliche Ansichten, sagte santésuisse-Sprecher Peter Marbet auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Aussprechen von Bussen sei tatsächlich eine Möglichkeit, um das Abstossen von teuren Patienten zu unterbinden.

Anpassungen im Risikoausgleich

Eine andere Variante, damit sich solches Verhalten nicht lohne, seien Anpassungen beim Risikoausgleich, so Marbet weiter.

Von einem verfeinerten Risikoausgleich zwischen den Kassen, wie dies vom Parlament vorschlagen wird, hält Couchepin aber nach wie vor nichts. Dies führe zu einer Einheitskasse ohne Wetttbewerb.

Generika erhöhen

Wie bereits am Freitag bekannt wurde, schlägt Couchepin auch vor, dass der Anteil der Generika erhöht wird. Patienten, die sich ohne ärztliche Notwendigkeit Originalpräparate statt Generika verschreiben lassen, sollen einen zusätzlichen Selbstbehalt von 10 Prozent bezahlen.

Couchepin verspricht sich mit dieser Massnahme, dass die Patienten den Druck auf die Ärzte und Apotheker weitergeben. Mit der Erhöhung des Generika-Anteils könnten Millionen gespart werden, so Couchepin im Interview.

(bsk/sda)

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