Couchepin eröffnet AHV-Abstimmungskampf
publiziert: Montag, 29. Sep 2008 / 11:29 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Sep 2008 / 11:44 Uhr

Bern - Der Bundesrat will keine faktische Senkung des AHV-Rentenalters. Darauf laufe die Volksinitiative «für ein flexibles AHV-Alter» hinaus, sagte Bundespräsident Pascal Couchepin zur Eröffnung der Behördeninformation für die Abstimmung vom 30. November.

Die AHV-Initiative schade letztlich dem Wohlstand der Schweiz, so Couchepin.
Die AHV-Initiative schade letztlich dem Wohlstand der Schweiz, so Couchepin.
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Das von Bundesrat und Parlament bekämpfte Volksbegehren des Gewerkschaftsbundes fordert eine ungekürzte Altersrente für alle, die weniger als 119'340 Franken verdienen und mit 62 Jahren ihre Erwerbsarbeit aufgeben. Wer die Arbeit nur reduziert, soll Anspruch auf eine Teilrente haben.

«Das ist keine Flexibilisierung, sondern eine generelle Senkung des Rentenalters», sagte Couchepin vor den Medien in Bern. 98 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer verdienten nämlich weniger als 119'340 Franken und könnten damit unter dem vorgeschlagenen Regime die volle Rente beziehen.

Kein einziges Land in Europa bewege sich in Richtung einer Erwerbsaufgabe mit 62 Jahren, hielt Couchepin fest. Alle Staaten suchten im Gegenteil nach Lösungen, um der «erfreulicherweise» höheren Lebenserwartung gerecht zu werden. Die Initiative schade letztlich dem Wohlstand der Schweiz.

Couchepin: Initiative sei «unsozial»

Laut Couchepin ist die Initiative auch «unsozial». Sie komme nicht den Kleinverdienern, sondern vorab vielen Bessergestellten zugute, die sich eine Frühpensionierung dank zweiter Säule auch mit gekürzter Rente leisten könnten. Bei den tiefsten Einkommen würden Rentenkürzungen heute schon mit Ergänzungsleistungen gemildert.

Zudem verursache die Initiative hohe Kosten von 1,5 Milliarden Franken, sagte Couchepin. Tiefere Schätzungen wies er zurück.

Ein grosses Problem sieht Couchepin darin, dass die Initiative für die ungekürzte Rente die Aufgabe der Erwerbsarbeit verlangt. Nicht nur bei den Auslandrenten lasse sich kaum kontrollieren, ob jemand tatsächlich keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehe.

Die Flexibilisierung des Rentenalters bleibe ein Ziel, müsse aber in eine Gesamtschau eingebettet werden. Erste Schritte sollte eigentlich schon die im Parlament hängige 11. AHV-Revision bringen. Das Thema scheint aber definitiv auf eine nächste Revision vertagt.

(dl/sda)

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AHV-Abstimmungskampf
Man muss sich nicht wundern, wenn die Leute von der miesen Stimmung in der Arbeitswelt genug haben und mit 60+ in die Rente gehen möchten. Sicher wird der Sparwahnsinn bei aufkommender Rezession neue unglaubliche Blüten spriessen lassen.
genau so iss es
eine Studie hat mal gezeigt, dass über 90% der Bauarbeiter bereits mit 60 Jahren körperlich wie auch seelisch so am Anschlag sind dass man die nirgends mehr einsetzen kann und einfach weiterarbeiten, nur weil es jemand so beschlossen hat.. das bringt auch volkswirtschaftlich rein gar nichts, nein im Gegenteil es treibt nur die Sozialfälle in die Höhe, die wir dschlussendlich ja auch wieder mit unseren Steuern bezahlen..

Im Uebrigen ist kürzlich mal erwähnt worden, dass die Arbeitgeber das Pontenzial der "alten" Arbeiter wiederentdeckt haben, den nicht alle Jungen (die zwar billger sind) sind so top wie es sich der AG vorstellt. Das Problem würde aber mit der Heraufsetzung des AHV Alters überhaupt nicht entschärft, nein im Gegenteil es würde dann nur noch mehr sozialen Härtefälle geben und das kann wohl nicht im Sinne von Herrn Couchepin sein oder?
die AHV ist ein gutes Instrument
nicht zu vergessen eine allfällige 3. Säule wobei man auch dort nicht gerade viel bekommt. Alleine schon die Vorstellung, das man bis in alle ewigen Zeiten schuften soll schaudert mich... irgedwann möchte man ja wenigstens einen Teil vom Geld sehen, dass man jahrelang angehäuft hat... aber meistens ist es doch so, dass man dann entweder kurz vor oder nach der Pensionierung stirbt und dann geht das Geld ja dann sowieso in einen Fonds..

Vor nicht allzulanger Zeit war es nicht obligatorisch für Arbeitgeber einer PK beizutreten.. und was das heisst muss meine Kollegin nun schmerzlich erfahren.. eigentlich wollte sie früher pensionieren lassen, aber ihr damaliger AG hat es versäumt der PK beizutreten und jetzt beim Kanton hätte sie sich für ein teures Geld einkaufen müssen (wir reden da nicht von ein paar hundert Franken, sondern gleich von einem 5 stelligen Betrag) was natürlich aus finanziellen Gründen nicht ging und somit würde sie bei einem vorzeitigen Ausstieg viel verlieren..

Was mich einfach an der ganzen Sache stört ist die Tatsache, dass ausgerechnet unser lieber BR Couchepin (den ich sowieso wegen seiner arroganten und selbstherrlichen Art eh nicht ausstehen kann) sich vehement gegen die Herabsetzung wehrt, dabei kann er es sich ja wirklich gutgehen lassen, wenn er mal vom Amt zurücktritt... während ein Büzer gefälligst sein Maul halten soll und arbeiten bis er tot umfällt :-( Irgendwann wird auch unsereins mal alt und dann möchte ich es schon noch ein bisschen geniessen können
Ich denke, die AHV (eine Altersrente!) ...
... ist nach wie vor nötig - nötiger denn je sogar ... Gehen wir nur einmal zu alten Leuten (in aller Regel auch AHV-Rentner) und reden wir mit ihnen. Sehr viele LEBEN VON DER AHV-Rente! Heute gibt es noch die PK, die 2. Säule dazu. Das reicht gerade just (und nicht mehr) zum Über-leben ... Ich rede da nicht von denen, die gut bis sehr gut verdienen, ihr ganzes Berufsleben lang. Wenn wir schauen, was ein Arbeiter heute für einen Lohne hat, so wird die Rente aus AHV und PK immer noch klein ausfallen. Die Rentenbezüger merken dann plötzlich "wie eigentlich wenig" sie erhalten für 35 bis 45 Jahre strenges arbeiten!
AHV nötig?
Ist denn die AHV wie sie heute funktioniert, überhaupt noch nötig? Wäre es nicht vernünftiger, einen Pool zu machen, in den einfach direkt ab Lohn bezahlt wird, alles inklusive schon vorab abgezogen, und aus diesem Pool würde man die Leute finanzieren, die wirklich Bedarf an Geld haben (AHV, ALV, IV, EO, etc.)? Ich habe manchmal das Gefühl, es gibt viel zu viel Bürokratie. Und weniger Bürokratie = weniger Staatsangestellte = weniger Steuern... das, was sich Bürgerliche so wünschen.
Realistische Löhne
Also mal ganz ehrlich: für 50'000 CHF steigt kein halbwegs brauchbarer Manager (und das sollte ein Bundesrat nun mal sein) auf diesen genialen Posten. Ich meine: kein spezieller Stress, weil die Medien kommen gar nie auf die Idee, einen anzugreifen. Man behält wie in der Privatwirtschaft eine hervorragende persönliche Abschottung, wobei man da vielleicht für die gleiche Leistung das 8x verdient.

Ich sage nicht, dass es gut ist, dass man in der Privatwirtschaft so viel verdient, aber man sollte irgendwodurch realistisch bleiben, was die Löhne angeht. Mich stören weniger die Löhne, sondern die überaus hohen Renten, die sie nach ihrer Amtszeit kriegen, meist noch kombiniert durch gutbezahlte Verwaltungsratsmandate von Firmen, die sie während ihrer Amtszeit mehr oder weniger offen protegierten.

(Zum Thema selber bin ich durchaus Couchepins Meinung, wir werden im Schnitt immer älter und gleichzeitig soll das Rentenalter gesenkt werden, obwohl eigentlich jeder weiss, dass das in der Schweiz nicht funktionieren kann -- jeder Mensch, der je eine Altersverteilung in der Schweiz angeschaut hat, weiss auch wieso...)
was soll ich dazu sagen?
Aber hallo? Ghots no, wäre noch schöner Respekt vor den Witzfiguren zu haben.. wenn man bedenkt, was in letzter Zeit in Bern so passiert ist.. da ist ein solcher "Kampf" wirklich nicht gerade passend, bzw. mich nervt es einfach, dass Couchepin quasi den Normalbürger zum Arbeiten bis zum Umfallen zwingen will..
oder warum wohl bekämpft er das flexible AHV Alter vehement?

ich habe übrigens nie behauptet, dass ein BR nicht weniger arbeitet als wir, aber was da oben in Bern so in letzter Zeit abgegangen ist und das mit unseren Steuergeldern.. das bringt mich auf die Palme (Thema: Affäre Nef im Miltiärdepartement) Im Uebrigen greife ich Sie ja auch nicht an oder?

Da könnte ich ja auch von Ihnen verlangen, mir gegenüber mehr Respket zu zollen...

Wenn Ihnen meine Meinung nicht passt, dann ist das nicht meine Schuld... oder ist das freie Auessern von Meinungen neuerdings verboten oder was?

Falls ja: dann gute Nacht :-( dann ist ein 2. China in der Schweiz nicht mehr weit...
ich motze nicht, ich stelle nur fest, bzw. sage meine Meinung
liebe mahiina

wobei auch CHF 50'000 eindeudigt zu viel sind für einen BR der nebst dem Lohn auch noch diverse Vergünstigungen hat und das bis weit über seine aktive Amtsperiode hinhaus

Ich finde einfach, dass die Damen und Herren in letzter Zeit viel Mist gebaut haben und das auf unserem Buckel und dann ist Couchepins Kampf nur noch ein Tropfen auf den heissen Stein
Gleichbehandlung aller?
Wenn man Augen hat zu sehen, dann sieht man doch, dass einige Leute die AHV gar nicht benötigen. Wer z. B. ab dem Alter von 30 Jahren im Schnitt mehr als CHF 250 000.- p.a. verdient, sollte in der Lage sein, separat so viel auf die Seite zu legen, dass er keine AHV mehr benötigt.

Wer bereits mit 18 Jahren in die AHV einbezahlt und z. B. bis 62 arbeitet, der sollte sich bei voller Rente pensionieren lassen können. Ein Bauarbeiter ist doch nach so langer Arbeitszeit körperlich mehr verbraucht, als ein z. B. ein Büroangestellter.

Wer in der Lage ist, bis 70 Jahren und darüber zu arbeiten, sollte so lange er arbeitet keine Rente beziehen.

Die ganze Sache hat noch einen anderen Haken, wer stellt denn heute eine(n) über 55 –jährige(n) überhaupt noch ein? Meiner Meinung nach kann man nicht einfach sagen, Rentenalter rauf, weil die Bevölkerung immer älter wird, entscheidend ist doch, bleibt der Mensch trotz höherem Alter auch länger arbeitsfähig und vor allem bleibt er als Arbeitkraft noch gefragt! Die Arbeitgeber entlassen heute doch immer häufiger langjährige, teuer gewordene Arbeitnehmer und ersetzen sie durch billigere Junge! Meiner Meinung nach ist dieser Zusammenhang noch nie genau untersucht worden. Das wäre aber nötig, wenn man eine gute Sozialpolitik machen will.
warum steigen sie nicht in die politik und verbessern etwas, statt....
....nur herum zu motzen. sie könnten ja beispielsweise eine initiative starten: nur noch chf 50'000.-- lohn für jeden bundesrat.
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