Couchepin für kontrollierten Cannabis Markt
publiziert: Samstag, 18. Okt 2003 / 09:17 Uhr

Dublin - Bundespräsident Pascal Couchepin hat sich beim Besuch der Ministerkonferenz für Drogen in Dublin für die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums ausgesprochen. Die Menschen sollen aber lernen, ihr Konsumverhalten in den Griff zu bekommen.

Bundespräsident Pascal Couchepin.
Bundespräsident Pascal Couchepin.
Die Kontrolle des Marktes und der Produktion würden laut Couchepin zur Reduktion des Cannabiskonsums beitragen. Falls der Konsum erst einmal Entkriminalisiert sei, könne man die Prävention verstärken. "Denn man muss Cannabis mit denselben Mitteln wie Tabak bekämpfen", sagte Couchepin gegenüber der Nachrichtenagentur sda am Freitag in Dublin.

Der Bundespräsident appellierte auch an die Eigenverantwortung der Konsumenten. "Die Menschen sollen lernen, ihr Konsumverhalten zu kontrollieren". Auch Alkohohl sei eine Droge, doch niemand wolle diese verbieten.

Der Staat könne sich aber nicht der Verantwortung entziehen. Es komme darauf an, wie dieser eingreiet, sei es bei der Repression oder der Kontrolle des Marktes. "Der Markt muss so organisiert werden, dass ein Bauer bei der Cannabisproduktion nicht weniger verdient als bei der Produktion von Weizen." Der Vorsteher des Eidg. Departementes des Innern fürchtet nicht, dass die Schweiz eine Drehscheibe für den Drogenhandel werden könnte. Um dies zu verhindern, soll ausländischen Bürgern der Verkauf verboten und die Käufer in ein Verzeichnis aufgenommen werden.

Couchepin hatte sich bereits in der Herbstsession des Nationalrats für die Entkriminalisierung von Cannbis stark gemacht. Dies in Rahmen der Revision des Betäubungsmittelgesetzes. Doch der Nationalrat schob die Vorlage auf die lange Bank: Er will erst nach den Wahlen wieder darauf zurückkommen.

(Julie Zaugg (sda))

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