Couchepin spricht über Affäre Gaddafi und Fall Nef
publiziert: Samstag, 26. Jul 2008 / 08:14 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Jul 2008 / 08:48 Uhr

Bern - Um die Krise zwischen der Schweiz und Libyen zu lösen, würde Pascal Couchepin auch direkt mit Muammar al-Gaddafi sprechen. Im Moment bewege sich nichts im Fall der beiden in Tripolis inhaftierten Schweizer, beklagte sich der Bundespräsident im «Blick».

Bundespräsident Pascal Couchepin: Heute könne man viel offener im Bundesrat reden, als noch vor wenigen Monaten.
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Er «mache alles, was unserem Land nützt», sagte Couchepin im Gespräch mit dem Blatt. «Warum also nicht ein Gespräch mit einem Staatschef eines anderen Landes, sogar eines Landes, mit dem wir jetzt Spannungen haben?»

Angesprochen auf den Fall des unterdessen zurückgetretenen Armeechefs Roland Nef sagte Couchepin: «Ich verstehe seinen Entscheid.» Für diesen persönlich und seine Familie sei die Situation sehr heikel gewesen. Er habe die Familie schützen müssen.

Armee werde nicht von Heiligen geführt

In der Privatwirtschaft komme es immer wieder zu Fehlentscheiden - sie würden dann eben korrigiert, «ohne grosses Theater», sagte der Bundespräsident weiter. Plötzlich gebe es «einen Unfall. Schade.» Aber deshalb sei «nicht die Ehre der Armee verloren oder ihre Einsatzfähigkeit».

Er sei «erstaunt darüber, dass ein Offizier immer ein Vorbild für einen jungen Menschen sein soll». Die Armee sei «keine heilige Institution, die von Heiligen geführt wird».

Zu den Attacken einzelner Politiker gegen Verteidigungsminister Samuel Schmid sagte Couchepin: «Es gibt in gewissen Parteien und Medien eine Inflation von Rücktrittsforderungen. Bei jeder Inflation sinkt der Wert der Währung. Auch bei Rücktrittsforderungen.»

Früher zu viele Indiskretionen

Auf den Einwand des «Blick», Schmid habe immerhin zugegeben, Fehler gemacht zu haben, antwortete der Bundespräsident: «Hat er einen Fehler gemacht?» Natürlich habe er das.

Zur Zeit der Wahl Nefs habe es «ziemlich viele Indiskretionen im Bundesrat» gegeben - «oft mit dem Ziel, einem Kollegen zu schaden». Deshalb habe man gar nicht so offen sein können, wie das heute möglich sei.

(fest/sda)

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Vielsagend
Bin ein wenig spät dran, mit meiner Stellungnahme, Sie sind jedoch interessiert an weiteren Meinungen! Nun, also hier auch meinen Senf dazu: Ich habe mit dem Couchepin oft meine liebe Mühe, aber wo er Recht hat er Recht!
Der letzte Satz des Zitats ist recht vielsagend: Viele Dinge wurden offenbar im Bundesrat gar nicht mehr richtig durchdiskutiert, weil man befürchten musste, dass einer wieder alles besser weis und keine Entscheid gefällt werden kann. So wie ich gehört habe, wurden viele Dinge einfach immer wieder verschoben, weil einer von den Sieben alles in Grund Boden schnorrte.
Das nennt man dann konstruktive Politik. Ich bin wirklich gespannt, was da noch alles zum Vorschein kommt.
Ich habe solche Situationen im Geschäft immer und immer wieder erlebt, da kamen grosskotzige Leute, versprachen alles besser zu machen, kümmerten sich einen Dreck um die bereits gesammelten Erfahrungen und waren nach ein paar Jahren wieder verschwunden wie Seifenblasen.(In dreissig Jahren kommen so einige Erfahrungen zusammen) "Der Meteor strahlt wunderschön am Himmel und nach ein paar Sekunden ist er verglüht."
Was mich immer wieder überrascht, ist die seltsame Arzt gewisser Mitmenschen, zu behaupten, an nichts zu glauben, sich dann aber bedingungslos als Anhänger solcher grosskotzigen Prahler zu outen. Einen Gott gegen den anderen getauscht?
Danke für die Zeilen
Das Interview habe ich auch gelesen auf der BLICK-Seite und fand es sehr gut.
Sie haben nun hier auch Teile davon veröffentlicht, Merci.
Mir gefällt, dass sich Monsieur Couchepin nicht ins Bockshorn jagen lässt und auch anderen rät, sich nicht beirren zu lassen. Nur die Ruhe kann es bringen, nicht wahr?
Es gibt offenbar Schweizer, die das Berndeutsch von Sämi Schmid nicht mögen, das ist aber deren Problem. Unter uns, Züridütsch ist auch nicht für alle Ohren schön. :-)
Couchepin kann noch denken. Er ist ja manchmal ...
... auch einer, der seine Meinung sehr schnell und auch manchmal provokativ sagt! Zum Glück! Daran habe ich selbst nicht immer auch nur Freude. Aber Herr Couchepin sagt hier das, was, meiner Meinung nach, auch richtig ist und darüber nachgedacht werden sollte:

Zitat aus der Meldung zum nochmals Nachlesen:

...
Armee werde nicht von Heiligen geführt
In der Privatwirtschaft komme es immer wieder zu Fehlentscheiden - sie würden dann eben korrigiert, «ohne grosses Theater», sagte der Bundespräsident weiter. Plötzlich gebe es «einen Unfall. Schade.» Aber deshalb sei «nicht die Ehre der Armee verloren oder ihre Einsatzfähigkeit».

Er sei «erstaunt darüber, dass ein Offizier immer ein Vorbild für einen jungen Menschen sein soll». Die Armee sei «keine heilige Institution, die von Heiligen geführt wird».

Zu den Attacken einzelner Politiker gegen Verteidigungsminister Samuel Schmid sagte Couchepin: «Es gibt in gewissen Parteien und Medien eine Inflation von Rücktrittsforderungen. Bei jeder Inflation sinkt der Wert der Währung. Auch bei Rücktrittsforderungen.»

Früher zu viele Indiskretionen
Auf den Einwand des «Blick», Schmid habe immerhin zugegeben, Fehler gemacht zu haben, antwortete der Bundespräsident: «Hat er einen Fehler gemacht?» Natürlich habe er das.

Zur Zeit der Wahl Nefs habe es «ziemlich viele Indiskretionen im Bundesrat» gegeben - «oft mit dem Ziel, einem Kollegen zu schaden». Deshalb habe man gar nicht so offen sein können, wie das heute möglich sei.

Ende Zitat.
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Was gibt es dazu wohl noch zu sagen? Mich würde interessieren, was die Meinungen dazu sind ... von links bis aus der rechten Ecke!
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