Couchepin und de Haller kriegen sich in die Haare
publiziert: Sonntag, 22. Feb 2009 / 09:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Feb 2009 / 12:54 Uhr

Bern - Die Fronten zwischen Gesundheitsminister Pascal Couchepin und dem Präsidenten der Ärzteverbindung FMH verhärten sich. Während FMH-Chef Jacques de Haller Couchepin indirekt den Rücktritt nahelegt, zweifelt dieser, ob de Haller den Verband noch im Griff hat.

Der Dialog zwischen Gesundheitsminister Pascal Couchepin und den Ärzten sei in der Sackgasse.
Der Dialog zwischen Gesundheitsminister Pascal Couchepin und den Ärzten sei in der Sackgasse.
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Es brauche im Gesundheitswesen «einen frischen Wind», sagt de Haller in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Er zweifle, «ob es für uns Ärzte möglich ist, mit Herrn Bundesrat Couchepin weiter zusammenzuarbeiten».

Die Ärzteschaft fordere «mehr Respekt, das haben wir zuletzt vermisst». Der Gesundheitsminister verhalte sich zunehmend autoritär und pflege «gelegentlich einen arroganten Umgangston». Vielleicht sei Couchepin müde.

Couchepin schiesst zurück...

Der Angeschossene lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Herr de Haller sollte sich eher fragen, ob er selber noch in der Lage ist, seinen Verband zu führen», sagt Couchepin in einem Interview mit der gleichen Zeitung.

«Es ist einfach, ein Feindbild aufzubauen - insbesondere, wenn es sich dabei um eine starke Persönlichkeit handelt. Dann schiesst man so lange auf das Feindbild, bis ein Nachfolger kommt.» Bis es soweit sei, werde es sicher nicht mehr Jahre dauern. «Doch sogar wenn ich morgen zurücktreten würde, würde sich an meiner Haltung nichts ändern.»

... und hat Verständnis

Ein Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist die vom Departement Couchepin per 1. Juli beschlossene Kürzung der Tarife für Laboranalysen durch Allgemeinpraktiker. Laut FMH verlieren die Allgemeinärzte dadurch bis zu 20 Prozent ihrer Erträge, während Spezialisten für einfache Analysen wie etwa gewisse Urin-Tests bis zu 200 Prozent mehr erhalten.

Gegenüber der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» äussert Couchepin Verständnis für die Empörung der Hausärzte. Die Probleme im Gesundheitswesen könnten aber weder durch einen Verzicht auf diese Reform noch dadurch gelöst werden, indem auf den Gesundheitsminister geschossen werde.

(tri/sda)

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Hr. Couchepin wird es ..!!
..aus eigener Kraft kaum mehr schaffen sein Sessel zu räumen ! Ich fürchte an Hand seiner letzten Äusserungen im Ärztestreit dass der Herr den Bezug zur Realität, im Zusammenhang zu seinem Alter ,langsam aber sicher verliert ! Der Herr muss früher oder später hinausgeworfen werden wenn sich der Schaden noch Grenzen halten soll ! Womit wir jetzt wieder beim Wahlverfahren mit ev. zeitlicher Begrenzung angelangt wären !
Ich glaube, dass ...
... Couchepin in den letzten Jahren zuviel Mist erzählt hat und zuviele eigentlich wichtige Geschäfte hat liegen lassen ... wie ich mehrfach aus berufenen "Mündern" hörte und las, dass halt jetzt die Sache langsam einfach überläuft und anbrennt ...

Auch ohne Kleber wird sich Couchepin langsam klar werden müssen, dass er nicht mehr sich als "Le Roi de ..." fühlen kann - diese Zeit ist nun definitiv vorbei! Gorbatschow zitiere ich nicht noch einmal - aber er würde wohl Couchepin dasselbe sagen, wie damals der DDR-Führungclique ...
Ob der das wohl noch kann ????
Ist ein spezial Lösungsmittel für Sesselkleber bereits auf dem Markt verfügbar :-)) ?
der geht nicht,
solange er seinen Hut nicht findet.
Also, auf nach Bern - beim Suchen helfen!

Wer ihn findet, soll ihn - wie ein frisbee - aus dem Bundeshaus werfen, vielleicht rennt ihm der Couchepin ja hinterher ...
Hr. Couchepin -
Meine beste Empfehlung zur Abdankung an die Adresse von Herrn Couchepin !
Herr Couchepin
Herr de Haller hat wohl den Verein FMH gut unter Kontrolle. Aber die Arroganz von Herrn Couchepin lässt wirklich zu Wünschen übrig. Es ist schon intressant wie eigenmächtig die Bundesräte handel können ohne dass irgend was passiert. Herr de Haller nur weiter so, ich hoffe es wird Früchte tragen. Schon lange Zeit wurde der FMH vorgeworfen zuwenig für die Hausärzte zu tun. Nun setzt sich der Präsident berechtigt für die Grundversorgung ein und wird vom Herr Couchepin angegriffen. Eine Frechheit!! Grundversorger sind nicht die Verursacher der hohen Gesundheitskosten. Sie machen lediglich ca. 5% aus.
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