Couchepin will nicht generell Leistungen streichen
publiziert: Sonntag, 3. Jul 2005 / 10:40 Uhr

Bern - Bundesrat Pascal Couchepin verteidigt die Leistungskürzung bei der Komplementärmedizin. Im Leistungskatalog der Grundversicherung gebe es aber trotz Überprüfung keine generellen Streichungen.

Pascal Couchepin will den Rotstift ansetzen.
Pascal Couchepin will den Rotstift ansetzen.
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Sparpotenzial ortet er bei Spitälern. Anfang Juni hatte der Gesundheitsminister entschieden, fünf komplementärmedizinische Fachrichtungen aus der Grundversicherung zu streichen. Hätte er einen anderen Entscheid getroffen, hätte er keine Argumente mehr, um in Zukunft Leistungen zu kürzen, sagte Couchepin in einem im "SonntagsBlick" erschienenen Interview.

Bei künftigen Leistungskürzungen will Couchepin indes "nicht übertreiben: Im Gesundheitswesen gibt es keine Wundermittel". Man werde nicht generell Leistungen streichen, sagte er, "sondern zum Beispiel sehr teure Medikamente auf die wirklich wirksamen Behandlungen beschränken."

40 Spitäler reichen

Parallelimporte von Medikamenten findet er falsch: "Sie wären eine Gefahr für die Patientensicherheit und für die Arbeitsplätze in der Schweizer Pharmaindustrie." Im Gesundheitswesen gebe es aber Sparmöglichkeiten. "Das Hauptproblem sind die Spitäler, wo ein Drittel der Kosten anfällt", sagte Couchepin.

Er teile die Meinung jener, die 40 Spitäler in der Schweiz als genügend betrachten, sagte Couchepin. Allerdings liessen sich die heutigen Strukturen nicht von einem Tag auf den anderen ändern.

In der Diskussion des AHV-Rentenalters sei er immer noch der gleichen Meinung, was eine langfristige Lösung betreffe. 2015 müsse man das Rentenalter auf 66 anheben, 2025 auf 67, "wenn wir nichts anderes beschliessen". Die Alternative wäre, in fünf oder 15 Jahren die Mehrwertsteuer um je ein Prozent zu erhöhen.

(rp/sda)

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