Credit-Suisse-Berater verhaftet
publiziert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 17:26 Uhr

Bukarest - In Rumänien sind ein Berater der Grossbank Credit Suisse (CS) und drei weitere Personen festgenommen worden. Nach Angaben der Behörden sollen sie bei einem Privatisierungsprogramm Wirtschaftsspionage betrieben haben.

Die Bank wollte zum Fall noch nicht Stellung nehmen.
Die Bank wollte zum Fall noch nicht Stellung nehmen.
Die oberste Staatsanwaltschaft wirft dem Bulgaren und Credit-Suisse- Berater vor, Kopf einer kriminellen Vereinigung zu sein. Diese Gruppe soll vertrauliche Daten an Bewerber für Privatisierungen weitergegeben und damit die nationale Sicherheit gefährdet haben, wie es nach den Verhaftungen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest vom Vorabend hiess.

In der Sache laufen Ermittlungen gegen insgesamt acht Personen, darunter ein Türke und ein Tscheche. Verhaftet wurden nun nach stundenlangen Verhören der bulgarische CS-Berater, ein Russe mit britischem Pass sowie zwei rumänische Ministerialbeamte.

Kontakte zu Minister

Im Fall des CS-Beraters untersucht die Staatsanwaltschaft unter anderem dessen Kontakte zum rumänischen Industrieminister Codrut Seres sowie zum Telekommunikationsminister Zsolt Nagy. Dieser liess verlauten, einen Beratervertrag mit der CS kündigen zu wollen.

Sollte die CS der Annullierung des Beratervertrags zustimmen, wolle man für diesen Service erneut eine Ausschreibung veranstalten. Der rumänische Staat will seine verbliebenen Anteile an Romtelecom von 45,99 Prozent an der Börse verkaufen. Mehrheitseigentümer der Romtelecom ist die griechische OTE.

CS: Keine Stellungnahme

Die Credit Suisse nahm auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA keine Stellung zu den Einzelheiten des Falls. Die Bank sehe keinen Grund, am korrekten Verhalten der Credit-Suisse-Mitarbeiter zu zweifeln.

«Wir nehmen die Anschuldigungen aber sehr ernst und sind bereit, mit den Untersuchungsbehörden zusammenzuarbeiten», hiess es in der Sprachregelung.

Welche Privatisierung?

Um welche Privatisierung es sich handelt, wurde nicht bekannt. In Rumänien prüfen Staatsanwälte seit einigen Tagen alle bisher vollzogenen Privatisierungen aus dem Energiebereich.

(ht/sda)

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