Crvenkovski gewinnt Stichwahl in Mazedonien
publiziert: Mittwoch, 28. Apr 2004 / 22:53 Uhr

Skopje - Der sozialdemokratische Regierungschef Boris Crvenkovski wird neuer Präsident von Mazedonien. Er habe bei der Stichwahl rund 59 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen, teilte sein Wahlstab am Abend in Skopje mit.

Boris Crvenkovski heisst der neuer Präsident von Mazedonien.
Boris Crvenkovski heisst der neuer Präsident von Mazedonien.
Die Angaben beruhen auf der Auszählung von einem Viertel der Wahlzettel. Sein Gegner, der nationalkonservative Sasko Kedev, habe 41 Prozent der Stimmen erhalten, hiess es. An der Stichwahl beteiligten sich nach den vorläufigen Angaben 56 Prozent der 1,7 Millionen Wähler.

Der Wahlstab von Kedev protestierte gegen die gefälschte Wahl und machte Unregelmässigkeiten im Gebiet von Tetovo geltend. Er wollte deshalb keine eigene Schätzungen der Wahlergebnisse veröffentlichen. Der Wahlstab erwog, eine Annullierung der Stichwahl zu beantragen.

Crvenkovskis Wahlstab wies die Vorwürfe zurück. Zwar sei es in einigen Wahllokalen tatsächlich zur Zerstörung von Wahlunterlagen gekommen, doch dafür sei Kedevs Bündnispartner, die Demokratische Partei der Albaner (DPA), verantwortlich.

Auf dem Gebiet von Tetovo wurden am Nachmittag vier DPA-Spitzenfunktionäre wegen des Versuches festgenommen, die Wahlen zu verhindern. Die DPA hatte ihre Anhänger zum Wahlboykott aufgefordert.

Die Wahl wurde von rund 300 internationalen Beobachtern verfolgt. Die Schweiz hatte insgesamt vier Beobachter vor Ort. Die Beobachter standen unter der Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIR).

Regierungschef Crvenkovski galt als Favorit, weil er auch mit einem Teil der Stimmen der albanischstämmigen Bevölkerung rechnen konnte. Die Wahl wurde erforderlich, nachdem Präsident Boris Trajkovski im vergangenen Februar bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war.

(pt/sda)

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