Cuche: «Ehrenplätze gewinnen an Wert»
publiziert: Samstag, 15. Dez 2007 / 00:03 Uhr

Nach dem Training liess Didier Cuche per SMS über die Medienchefin ausrichten, er freue sich grundsätzlich immer über 2. und 3. Ränge, weil er sich in einem Gespräch im Zielraum missverstanden fühlte.

Cuche: «Sicher, ein Podestplatz ist immer gut.»
Cuche: «Sicher, ein Podestplatz ist immer gut.»
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Nach dem Rennen musste er, im Gegensatz zum letzten Jahr, nicht Erklärungen suchen für fehlende Hundertstelsekunden. Dafür relativierte er seinen eigenen Triumph: «Ist einer viel besser, nur weil er zwei Hundertstel schneller war als der andere?» Sechs Fragen an den Sieger:

In den letzten Jahren und vor allem im letzten Winter verloren sie mehrere Rennen um Hundertstelsekunden. Jetzt ist es umgekehrt. Einfach Glück oder Pech?

Cuche: Das ist effektiv so. Man kann bis zum zweitletzten Tor vorne sein, dann stimmt der Speed oder die Linie nicht mehr und man verliert wieder alles. Bei der gegenwärtigen Leistungsdichte gibt es immer mehr Rennen mit knappen Differenzen. Dadurch gewinnen 2. und 3., aber auch 4. und 5. Ränge immer mehr an Wert. Oder ist einer viel besser, nur weil er zwei Hundertstel schneller war als der andere? Deshalb habe ich auch meine zweiten Ränge akzeptiert und war zufrieden mit der Leistung.

So betrachteten sie die drei dritten Ränge in diesem Winter als Erfolge, obwohl sie nicht immer diesen Eindruck erweckten.

Cuche: In Beaver Creek war ich irgendwie frustriert, weil ich grosse Fehler gegangen hatte. Es war so, als ob einem die Seife aus den Händen gerutscht wäre. Ich war frustriert. Aber das war kein gesundes Gefühl, das kann eine ungute Gegenreaktion auslösen. Ich spürte das selber und habe mich mit Marco Büchel darüber unterhalten. Ich redete mir ein: Auch wenn du durch einen dummen Fehler einen möglichen Sieg verpasst hast, musst du dich über dritte Plätze freuen und den Frust in positive Energie umwandeln. Viele wären froh, an deiner Stelle auf dem Podest stehen zu dürfen.

So wäre für sie auch in der Abfahrt von heute Samstag ein Podestplatz ein Erfolg, obwohl sie natürlich den Sieg anstreben.

Cuche: Sicher, ein Podestplatz ist immer gut, vor allem hier, weil ich ja auf dieser Piste mit Ausnahme des letzten Jahres nie sehr schnell war. Schauen wir, was rauskommt.

Auffallend ist, dass in den Super-Gs von Val Gardena oft weit über 30-jährige Routiniers den Ton angeben. Ist das Zufall. Oder braucht es auf der «Saslong» besonders viel Erfahrung?

Cuche: Das ist Statistik, einmal ists so, einmal anders. Auch Junge haben hier schon gewonnen. Erfahrung braucht es überall. Wenn du in Kitzbühel zum ersten Mal am Start stehts, wirst du bleich vor Angst. Nach zehn Fahrten weisst du dann: Wenn ich keinen Mist baue, komme ich gesund ins Ziel. Das erzeugt Selbstvertrauen. Du kennst die Linie, du weist, was es verträgt. Deshalb werden ältere Fahrer immer stärker. Das gilt aber nicht nur für Val Gardena, das gilt über überall.

Marco Büchel betonte, der Erste, Dritte und Vierte dieses Rennens kämen aus der Gruppe von Patrice Morisod. Und in der Schweizer Mannschaft sei eine gewisse interne Rivalität entstanden.

Cuche: Marco darf das sagen. Er trainiert mit uns, ist aber Liechtensteiner. Ich will mich zu diesem Thema nicht äussern ausser bestätigen, dass Patrice Morisod, wie von Marco erwähnt, der beste Skitrainer der Welt ist.

Sie sind der einzige auf dem Podest, der nicht im Wohnwagen logiert. Ist eine solche Unterkunft auch für Didier Cuche denkbar?

Cuche: Das schliesse ich nicht aus. Vielleicht lege ich mir in meinem letzten Weltcup-Jahr auch einen Wohnwagen zu. Ich war früher schon im Wohnmobil von Daron Rahlves. Das hat mir ausgezeichnet gefallen. Wobei sein Wohnwagen eher wie eine Wohnung oder fast schon wie ein Haus aussah. Mit so einem Gefährt würde ich gerne herumreisen. Das würde Spass machen. Da könnte man auch ein Velo und Geräte für das Krafttraining mitnehmen. Nur bist du dann immer unterwegs und und vernachlässigst deinen Freundeskreis zu Hause. Es hat Vor- und Nachteile.

(von Richard Hegglin/Si)

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