Cuche - nach Podestplatz völlig «blau»
publiziert: Sonntag, 17. Dez 2006 / 15:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Dez 2006 / 16:22 Uhr

Um winzige 2/100 verpasste Didier Cuche in der Abfahrt von Val Gardena den ersten Schweizer Weltcupsieg seit über 1000 Tagen. Dann beklagte er gleich nochmals Pech: Zwei Stunden später zog er sich bei einem kapitalen Sturz im RS-Training erhebliche Prellungen und blaue Flecken zu.

Cuche: «Ich bin überglücklich.»
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Der Sieg ging an den Amerikaner Steven Nyman. Innerhalb von zwei Tagen feierte das US-Team damit gleich zwei Siege, nachdem am Freitag Bode Miller den Super-G für sich entschieden hatte.

Zuvor hatte es in 51 Rennen seit 1969 im Val Gardena lediglich zwei Podestplätze für die amerikanischen Skirennfahrer gegeben. 1972 war ein gewisser Mike Lafferty hinter Bernhard Russi und René Berthod Dritter geworden, 1992 AJ Kitt ebenfalls.

Ausser dem Top-Resultat von Cuche, der nach zwei 2. und einem 5. Platz nun Abfahrtsleader im Weltcup ist, fiel die Schweizer Bilanz bescheiden aus. Bruno Kernen verpasste zwar das Podest nur um 35 Hundertstel, doch reichte das gerade noch zum 11. Platz - so dicht ist die Leistungsspitze geworden. «35 Hundertstel sind 35 Hundertstel, etwas fehlt», meinte Kernen, «ich bin noch nicht in Hochform. Ich hoffe, dass es im Januar so weit ist.»

So muss der Olympiadritte auch nach seinem 17. Anlauf im Val Gardena weiterhin auf seine erste Top-Ten-Klassierung warten. Tobias Grünenfelder schied aus, Didier Défago fuhr nach einem Dreher als Letzter ins Ziel.

Zum 3. Mal mit 0,02 Rückstand Zweiter

Fünf Hundertstel hatten Didier Cuche am Freitag als Viertem zu einem Podestplatz gefehlt, gar nur zwei Hundertstel oder umgerechnet 60 Zentimeter schrammte er in der Abfahrt am Podest vorbei. «Ich bin trotzdem überglücklich», sagte Cuche, «vor allem, dass ich nach den beiden Trainingsbestzeiten dem Druck standgehalten habe und locker geblieben bin. Jetzt waren die Hundertstel gegen mich, aber das wird sich im Verlaufe des Winters sicher kehren. Wenns bis am Schluss so bliebe, würde es mich schon ärgern.»

Schon zweimal verlor Didier Cuche ein Rennen um Hundertstel, beide Male gegen Stephan Eberharter. Das war 2002 im Super-G von Garmisch-Partenkirchen und eine Woche später im Riesenslalom von St. Moritz.

«Insgesamt 13 Mal war ich schon Zweiter, und zusammengezählt beträgt der Rückstand auf den jeweiligen Sieger nur acht Zehntelsekunden», hatte Cuche selber errechnet. Ziemlich blau legte sich Cuche am Abend ins Bett.

Allerdings rührte die Farbe nicht von einer überbordenden Feier her, sondern von einem kapitalen Sturz beim Einfahren zum RS-Training, bei dem er sich am Rücken und Gesäss schwere Prellungen zuzog. «So brutal bin ich schon lange nicht mehr gestürzt», sagte Cuche. Bruno Kernen ist überzeugt, dass Cuche die Abfahrt mit einer tieferen Startnummer locker gewonnen hätte. Ab Nummer 17 wurde die Piste tatsächlich immer langsamer, und nur Cuche (Nr. 25) und Fritz Strobl (Nr. 28) erreichten noch absolute Spitzenzeiten. Umso erstaunlicher ist die Leistung von Silvan Zurbriggen, der mit der Nummer 49 noch 18. wurde. Schon im Super-G war Zurbriggen mit der Nummer 51 Neunter geworden.

Nyman mit den Ski von Ghedina

Steven Nyman, der neunte Sieger im zehnten Rennen dieses Winters, ist alles andere als ein Zufallssieger. Der Modellathlet (1,93 m/93 kg), dessen Karriere als Slalomfahrer begann (Junioren-Weltmeister 2002), empfahl sich schon im letzten Jahr in Garmisch-Partenkirchen mit einem 4. Platz und stand in Beaver Creek neben Miller und Cuche auf dem Podest.

Im gemeinsamen Training mit den Österreichern in Copper Mountain hatte er Hermann Maier regelmässig geschlagen. «Da habe ich gesehen, dass ich auch mit solchen Leuten mithalten kann. Das war ein gewaltiger Motivationssschub». Im ersten Val-Gardena-Training war Nyman noch schwer gestürzt: «Beim Crash nahm ich mehrere Tore mit.» Nyman ist zugleich der erste Abfahrtssieger mit Fischer-Ski seit Kristian Ghedina (Val Gardena 2001), der just in diesem Rennen als Vorfahrer seinen Abschied vom Rennsport gab. Nyman wird auch vom selben Servicemann (Leo Mussi) betreut wie Ghedina.

Dieser gab ihm jenen Ski, mit dem Ghedina vor zwei Jahren in Chamonix aufs Podest gefahren war. Damals ging Ghedina mit 35 1/2 Jahren als ältester Podestfahrer in die Geschichtsbücher ein. Im Val Gardena war Nyman (24) der jüngste Sieger neben Hans Grugger seit vielen Jahren.

(von Richard Hegglin, Italien/Si)

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