Curling: Schweizer Teams kämpfen um EM-Medaillen und WM-Tickets
publiziert: Mittwoch, 3. Dez 2003 / 18:26 Uhr

Die Schweizer Meister Basel Ysfäger Clariden (Bernhard Werthemann) und Bern AAM (Luzia Ebnöther) stehen vor der ersten Bewährungsprobe der neuen Curling-Saison: An den EM in Courmayeur (5. - 13. Dezember) zählen sie zu den Medaillenanwärtern.

Die Curling-EM findet in Courmayeur statt.
Die Curling-EM findet in Courmayeur statt.
Die Europameisterschaften finden erstmals seit 1979 in Italien statt. Damals in Varese holte Skip Gaby Casanova mit dem Team von Basel Albeina Gold, nachdem sie nur acht Monate vorher die erste Frauen-WM der Geschichte gewonnen hatte.

In den letzten 24 Jahren haben sich die kontinentalen Titelkämpfe vom beschaulichen und familiären Ereignis zum Grossanlass mit logistischen Ansprüchen entwickelt. Aufgeteilt in zwei Stärkeklassen, machen 41 Teams aus 22 Nationen mit -- so viele wie nie zuvor.

Wie bereits vor einem Jahr in Grindelwald reicht das traditionelle EM-Turnierformat (Samstag bis Samstag) nicht mehr aus: Schon ab Freitag wird auf den sechs Rinks der Sporthalle in Courmayeur jeweils von 8 Uhr morgens bis 11 Uhr abends praktisch ununterbrochen gecurlt.

Wie die Teilnehmerzahl hat auch die Leistungsdichte in den letzten Jahren zugenommen. Für den Schweizer Verband, der von 1981 bis 1996 ohne Ausnahme mindestens ein Team aufs Podest gebracht hatte, sind EM-Medaillen keine Selbstverständlichkeit mehr.

Vor einem Jahr verpasste das St. Galler Männerteam von Skip Ralph Stöckli um ein Haar Platz 7, die Mindestanforderung für die WM-Teilname (bevor die Ostschweizer fünf Monate später an der WM in Winnipeg Silber gewannen!). Auch die Bernerinnen um Skip Nicole Strausak gingen als Fünfte leer aus. Schon 1997 (in Füssen) und 1998 (in Flims) hatte es für die Schweiz keine Medaillen gegeben.

Erfolgreiche Bernerinnen

Die WM-Qualifikation entspricht auch in diesem Jahr für die zwei Schweizer Formationen der Mindesterwartung. Beide haben aber das Potenzial, um in die Halbfinals zu gelangen.

Das Berner Frauenteam, angeführt von der Zürcherin Luzia Ebnöther, kehrte von seinen letzten vier wichtigen Turnieren mit Auszeichnungen zurück: als EM-Dritte 1999 und 2001, als WM-Zweite 2000 und -- am bedeutendsten -- als Olympia-Zweite von Salt Lake City 2002. "Unser Ziel ist auch jetzt eine Medaille", sagt Ebnöther.

Ihre Zuversicht ist nach einer gelungenen EM-Vorbereitung in Kanada durchaus begründet. Erster Siegesanwärter ist das Quartett von Anette Norberg. Den Schwedinnen könnte als erstem Frauenteam der EM-Titel-Hattrick gelingen.

Erstes grosses Turnier für die Basler

Der 36-jährige Bernhard Werthemann gehört seit Jahren zu den beständigsten Schweizer Skips. In einer anderen Formation für Basel White Star spielend, erreichte er beispielsweise 1999 den SM-Final, in welchem er an Olympiasieger Lausanne-Olympique (Patrick Hürlimann) scheiterte.

In der Saison 2000/01 gewann Werthemann die Gesamtwertung der europäischen World Curling Tour. Den Durchbruch auf nationaler Ebene, der ihm nun den Zugang zu EM und WM ermöglicht, schaffte Werthemann mit seinen ebenfalls erfahreren Mitspielern Daniel Widmer, Thomas Hoch, Thomas Lips und Stefan Traub (Ersatz) im vergangenen März, als er sich in einer packenden Millimeter-Entscheidung im Final gegen Genf (Yannick Renggli) mit dem letzten Stein den Meistertitel sicherte.

In Courmayeur sind die je zweifachen Welt- und Europameister aus Schweden (Peter Lindholm) die Topfavoriten. Auch letztes Jahr in Grindelwald hätten die Skandinavier mit grösster Wahrscheinlichkeit gewonnen, wenn nicht der entscheidende Stein im Final gegen Deutschland (Sebastian Stock) von Dreckpartikeln abgelenkt worden wäre.

Die Teams

Männer A (10 Teams): Schweiz (Basel Ysfäger Clariden/Daniel Widmer, Thomas Hoch, Thomas Lips, Skip Bernhard Werthemann, Ersatz Stefan Traub), Dänemark (Ulrik Schmidt), Deutschland (Sebastian Stock/TV), England (James Dixon), Finnland (Ville Mäkelä), Frankreich (Thomas Dufour), Italien (Stefano Ferronato), Norwegen (Thomas Ulsrud), Schottland (David Murdoch), Schweden (Peter Lindholm).

Frauen A (10 Teams): Schweiz (Bern AAM/Nadia Röthlisberger, Tanya Frei, Carmen Küng, Skip Luzia Ebnöther, Ersatz Laurence Bidaud), Dänemark (Dorthe Holm), Deutschland (Andrea Schöpp), England (Sarah Johnston), Italien (Diana Gaspari), Norwegen (Dordi Nordby), Russland (Olga Jarkowa), Schottland (Edith Loudon), Schweden (Anette Norberg/TV), Tschechien (Pavla Rubasova).

Zeitplan

Die Spiele der A-Teams. Vorrunde (Round Robin). Freitag, 5. Dezember. 12.00 Uhr: 1. Runde Frauen mit Schweiz - Norwegen. 20.00: 1. Runde Männer mit Schweiz - England. -- Samstag, 12.00: 2. Runde Frauen mit Schweiz - Dänemark. 20.00: 2. Runde Männer mit Schweiz - Schweden. -- Sonntag, 8.00: 3. Runde Frauen mit Schweiz - Schottland. 16.00: 3. Runde Männer mit Schweiz - Deutschland. 20.00: 4. Runde Frauen mit Schweiz - Schweden. -- Montag, 8.00: 4. Runde Männer mit Schweiz - Schottland. 16.00: 5. Runde Männer mit Schweiz - Norwegen. 20.00. 5. Runde Frauen mit Schweiz - Italien. -- Dienstag, 8.00: 6. Runde Männer mit Schweiz - Italien. 16.00: 6. Runde Frauen mit Schweiz - Russland. 20.00: 7. Runde Männer mit Schweiz - Finnland. -- Mittwoch, 12.00. 7. Runde Frauen mit Schweiz - Tschechien. 16.00: 8. Runde Männer mit Schweiz - Frankreich. 20.00: 8. Runde Frauen mit Schweiz - England. -- Donnerstag, 12.00: 9. Runde Frauen mit Schweiz - Deutschland. 16.00: 9. Runde Männer mit Schweiz - Dänemark. -- Freitag, 11.30: Erster Halbfinal Frauen. 15.30: Zweiter Halbfinal Frauen. 20.00: Halbfinals Männer. -- Samstag, 13. Dezember, 10.00: Final und Spiel um Platz 3 Frauen. 14.00: Final und Spiel um Platz 3 Männer.

Die Europameister seit 1981

Männer Frauen 1981 Grindelwald Schweiz (J. Tanner) Schweiz (S. Schlapbach) 1982 Kirkcaldy (Scho) Schottland (3.) Schweden (3.) 1983 Västeras (Sd) Schweiz (Biner) Schweden (3.) 1984 Morzine (Fr) Schweiz (P. Attinger) Deutschland (3.) 1985 Grindelwald Deutschland (5.) Schweiz (Landolt) 1986 Kopenhagen Schweiz (Luchsinger) Deutschland (2.) 1987 Oberstdorf (De) Schweden (3.) Deutschland (5.) 1988 Perth (Scho) Schottland (3.) Schweden (3.) 1989 Engelberg Schottland (6.) Deutschland (2.) 1990 Lillehammer (No) Schweden (5.) Norwegen (3.) 1991 Chamonix (Fr) Deutschland (3.) Deutschland (6.) 1992 Perth (Scho) Deutschland (3.) Schweden (6.) 1993 Leukerbad Norwegen (3.) Schweden (2.) 1994 Sundsvall (Sd) Schottland (2.) Dänemark (4.) 1995 Grindelwald Schottland (2.) Deutschland (7.) 1996 Kopenhagen Schottland (3.) Schweiz (Ott) 1997 Füssen Deutschland (5.) Schweden (5.) 1998 Flims Schweden (5.) Deutschland (4.) 1999 Chamonix Schottland (4.) Norwegen (3.) 2000 Oberstdorf Finnland (4.) Schweden (3.) 2001 Vierumäki (Fi) Schweden (2.) Schweden (3.) 2002 Grindelwald Deutschland (7.) Schweden (5.) (In Klammern: Plazierungen der Schweizer Teams)

(von Peter Lerch /Si)

 
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