Curling: WM - Kanadische Curling-Lektionen
publiziert: Montag, 7. Apr 2003 / 21:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Apr 2003 / 23:30 Uhr

Die Schweizer Curlingteams von Ralph Stöckli und Nicole Strausak waren in der Vorrunde der Weltmeisterschaften in Winnipeg gegen die favorisierten kanadischen Crews chancenlos. Die Männer verloren 6:11, die Frauen nach einem frühen 1:5-Rückstand 4:5.

Die St. Galler besiegten hierauf Schottland in einer hart umstrittenen Partie 6:4, sodass nun beide Schweizer Team eine Zwischenbilanz von 2:2 Siegen vorweisen. Beide haben ein happiges Auftaktprogramm hinter sich und dürfen sich - wenn sie ihr Niveau einigermassen halten können - in den verbleibenden Partien gute Chancen ausrechnen.

Ralph Stöckli und seine Crew mussten gegen den schottischen Defensivspezialisten auf Topniveau spielen, um den knappen, aber sehr wichtigen Sieg sicherzustellen. Die Vorentscheidung schaffte Stöckli im 8. End mit einem millimetergenauen Take-out zwischen zwei Guards hindurch. Das Zweierhaus brachte den Schweizern die 5:3-Führung ein.

Der Männer-Match Kanada - Schweiz wurde für die gegen 10 000 Zuschauer in der Winnipeg Arena zum Spektakel. Die St. Galler hatten gegen die grossartig aufspielenden Curler aus Edmonton - Skip Randy Ferbey könnte der erste erfolgreiche WM-Titelverteidiger seit 1971 (Don Duguid) werden - nie eine echte Siegeschance. Dennoch glückten besonders Ralph Stöckli einige sehr sehenswerte Steine. Einer dieser Versuche, ein Dreifach-Take-out, führte zu einem Dreierhaus. Damit konnten die Schweizer im 8. End jedoch lediglich auf 6:9 verkürzen.

Schweizer Siege gegen kanadische Männerteams auf höchster Ebene sind ohnehin recht selten. In den letzten 15 Jahren waren nur Markus Eggler (1994), Patrick Hürlimann (1996 und 2000) und Andreas Schwaller (2001 im Halbfinal gegen Ferbey) erfolgreich. In dieser Statistik ist auch Hürlimanns Olympia-Finalsieg 1998 gegen Mike Harris aufzuführen.

Trotz des letztlich knappen Resultats von 4:5 hatte auch das Schweizer Frauenteam gegen Kanada einen schweren Stand. Die kanadischen Rekordmeisterinnen um Skip Colleen Jones (5 nationale Titel) zeigten sich bis zur Vorentscheidung mit einer 5:1-Führung nach fünf Ends in einer bestechenden Form und erreichten die Traumquote von 90 Prozent an geglückten Steinen. Dem hatten die Bernerinnen nichts entgegenzusetzen. Erst als Jones in den letzten zwei Ends je ein Fehler unterlief, kamen die Schweizerinnen noch auf 4:5 heran. Dennoch kontrollierten die Kanadierinnen die Partie mühelos.

Colleen Jones knüpfte an die Leistungen an, die sie beim Gewinn des WM-Titels im April 2001 in Lausanne gezeigt hatte. Daneben hatte die Curlerin aus Halifax dreimal (1982, 1999, 2002) die Medaillen verpasst, was für die dominierende Curlingnation Kanada jedes Mal eine grosse Enttäuschung war.

Winnipeg (Ka). Weltmeisterschaften. Vorrunde (Round Robin). Männer. 3. Runde: Kanada (Marcel Rocque, Scott Pfeifer, Skip Randy Ferbey, David Nedohin) - Schweiz (St. Galler Bär/Simon Strübin, Pascal Sieber, Claudio Pescia, Skip Ralph Stöckli) 11:6. Finnland (Markku Uusipaavalniemi) - Deutschland (Andreas Lang) 9:3. Schottland (Warwick Smith) - Schweden (Per Carlsen) 5:2. Südkorea (Lee Dong-Keun) - Dänemark (Ulrik Schmidt) 9:3. Norwegen (Pal Trulsen) - USA (Pete Fenson) 8:4. -- 4. Runde: Schweiz - Schottland (Graham Cormack, Euan MacDonald, Peter Smith, Skip Warwick Smith) 6:4. Norwegen - Deutschland 9:7. Kanada - Finnland 8:6. USA - Südkorea 6:5. Schweden - Dänemark 9:6.
Rangliste (je 4 Spiele): 1. Kanada 8. 2. Finnland und Schottland je 6. 4. Schweiz, Dänemark, Norwegen und Schweden je 4. 8. Südkorea und USA je 2. 10. Deutschland 0.

Frauen. 4. Runde: Kanada (Nancy Delahunt, Mary-Anne Waye, Kim Kelly, Skip Colleen Jones) - Schweiz (Bern/Bianca Röthlisberger, Madlaina Breuleux, Skip Nicole Strausak, Selina Breuleux) 5:4. Schweden (Anette Norberg) - Norwegen (Dordi Nordby) 8:3. Russland (Olga Jarkowa) - Japan (Shinobu Aota) 6:5. Dänemark (Dorthe Holm) - USA (Debbie McCormick) 9:6. Schottland (Edith Loudon) - Italien (Diana Gaspari) 10:3.
Rangliste (je 4 Spiele): 1. Kanada 8. 2. Schweden 6. 3. Schweiz, Japan, Norwegen, Russland und USA je 4. 8. Dänemark, Italien und Schottland je 2.

(Peter Lerch/Si)

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