Annual Security Report 2014
Cyber-Attacken: Gefahr erreicht Rekordniveau
publiziert: Donnerstag, 30. Jan 2014 / 09:25 Uhr
Web-Traffic von Firmenmultis zu 100 Prozent mit Malware verseucht. (Symbolbild)
Web-Traffic von Firmenmultis zu 100 Prozent mit Malware verseucht. (Symbolbild)

San Jose - Die Gefahr, Opfer von Cyber-Attacken zu werden, hat im Laufe des vergangenen Jahres ein neues Rekordniveau erreicht. Wie der aktuelle Sicherheits-Jahresbericht des US-amerikanischen IT-Riesen Cisco zeigt, kam es 2013 zu derart vielen Angriffen auf Netzwerke, Datendiebstählen und Betrugsfällen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Mai 2000.

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Dem «Annual Security Report 2014» zufolge ist die allgemeine Verwundbarkeit 2013 im Vergleich zu 2012 um satte 14 Prozent gestiegen. Die neue Grössenordnung der Bedrohung zeigt sich auch bei den 30 grössten multinationalen Unternehmensnetzwerken, deren generierter Web-Traffic laut dem Bericht zu 100 Prozent mit Malware verseucht sein soll.

«Cyber-Kriminalität hat sich von eher simplen Attacken mit überschaubarem Schaden zu einem organisierten Verbrechen entwickelt, das ausgeklügelte Strategien anwendet, bestens finanziert wird und in der Lage ist, signifikante wirtschaftliche und rufschädigende Konsequenzen für Opfer im öffentlichen und privaten Sektor anzurichten», so das ernüchternde Resümee der Cisco-Sicherheitsexperten. Zweck der Angriffe sei der versuchte Zugriff auf strategisch positionierte Web-Server und Datenzentren mit dem Ziel, die eingesetzte Malware auf so viele Teile der betroffenen Netzwerkinfrastruktur zu verstreuen wie nur möglich. «Durch dieses Vorgehen untergraben die Angreifer das ganze Vertrauen in alles und jeden, der mit dieser Infrastruktur verbunden ist», betont der Bericht.

Neue Angriffsmöglichkeiten

Als besonders besorgniserregend sehen die Security-Experten das Gefahrenpotenzial im Bereich von grossen multinationalen Unternehmensnetzwerken. So hat eine sicherheitstechnische Überprüfung von insgesamt 30 namhaften Firmen, die in der Top-500-Liste des US-Wirtschaftsmagazins «Fortune» zu finden sind, ergeben, dass sich in jeder einzelnen untersuchten Netzwerkinfrastruktur gefährliche Sicherheitslücken verstecken, die Nutzer auf bösartige Malware-Seiten weiterleiten.

Als Ursachen für den drastischen Anstieg der Sicherheitsbedrohung sieht der Bericht nicht zuletzt die neuen technologischen Angriffsmöglichkeiten. «Neue Geschäftsbereiche wie Cloud und Mobile Computing erweitern die Angriffsfläche rapide», stellt Cisco klar. Im letztgenannten mobilen Bereich sei 2013 ein «enormer Malware-Zuwachs» registriert worden. «99 Prozent der Attacken in diesem Zusammenhang betreffen Android-Geräte», ergänzt das Unternehmen. Beide Ergebnisse werden auch von anderen Studien bestätigt.

Düstere Zukunft des Internets

Was die Bedrohungen und Problematiken aufgrund der wachsenden Internet-Kriminalität betrifft, hat Cisco bereits des Öfteren ein überaus düsteres Bild der Situation und der zukünftigen Entwicklung gezeichnet. Schon 2010 hatte der Netzwerkspezialist etwa prognostiziert, dass bis zum Jahr 2025 sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen aus Angst vor böswilligen Attacken das Internet meiden werden und der Datenverkehr im Web ins Stocken geraten soll. Für diese Misere wurden damals auch Organisationen und Regierungen verantwortlich gemacht, die mit der Professionalität und der Vielzahl der kriminellen Aktivitäten im Netz einfach überfordert seien.

(tafi/pte)

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