Cybermobbing bis zum Selbstmord
publiziert: Dienstag, 5. Okt 2010 / 14:52 Uhr
Die Medienkompetenz von Kindern muss stärker gefördert werden.
Die Medienkompetenz von Kindern muss stärker gefördert werden.

Der Boom der sozialen Medien und Web-2.0-Plattformen hat seine Schattenseiten. Cybermobbing etwa ist eines der eklatantesten Probleme, das besonders Jugendliche und Kinder betrifft.

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Ihre Medienkompetenz muss stärker gefördert werden, fordert die Stiftung Pro Juventute. Sie musste bereits hunderte Kinder wegen Cybermobbing beraten und betreuen. Gerade in der Schule oder im Freundeskreis stossen die Opfer immer häufiger auf die «modernen» Formen psychischer Gewalt - manchmal mit Todesfolge.

Ganze Bandbreite an Formen

«Cybermobbing löst bei Kindern und Jugendlichen Wut, Trauer, Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Beschwerden bis zu Suizidgedanken aus», wissen die Experten. Der jüngste Fall mit Selbstmordfolge in den USA unterstreicht den Handlungsbedarf von Politik, Schulen und Eltern. Nachdem ein heimlich gefilmtes Sexvideo eines homosexuellen Studenten in Ridgewood bei YouTube veröffentlicht wird, nimmt sich dieser das Leben, indem er von einer Brücke springt. Den Suizid kündigt der Betroffene zuvor noch bei Facebook an.

Mobbing im Internet nimmt dabei eine ganze Bandbreite an Formen an. Neben der Veröffentlichung peinlicher Informationen, Bilder und Videos sind Kinder und Jugendliche häufig mit der Verbreitung von Gerüchten und Beleidigungen über soziale Netzwerke konfrontiert. Aber auch der Aufbau vermeintlich vertrauensvoller Beziehungen unter falschen Identitäten ist den Beratern bei Pro Juventute nach eine Art des Mobbings. Anhand präventiver Workshops und Initiativen zur Medienbildung kann den Usern der richtige Umgang mit derartigen Inhalten vermittelt und ihre Medienkompetenz erhöht werden.

(fkl/pte)

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