«100 Year Starship»-Studie als Ideensuche für neue Technologien
DARPA-Ziel: Interstellare Raumfahrt in 100 Jahren
publiziert: Sonntag, 19. Jun 2011 / 13:14 Uhr
Werden wir innerhalb der nächsten hundert Jahre zu den Sternen reisen können?
Werden wir innerhalb der nächsten hundert Jahre zu den Sternen reisen können?

Arlington - Geht es nach der DARPA, dem Forschungsarm des US-Verteidigungsmisteriums, wird die Menschheit schon in 100 Jahren über die technischen Mittel zur interstellaren Raumfahrt verfügen.

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Um das zu ermöglichen, hat die Behörde in Zusammenarbeit mit der NASA das Projekt «100 Year Starship» ins Leben gerufen. Zunächst dient dabei eine Studie der Ideensuche, in welche Richtung künftige Forschungsbemühungen überhaupt gehen sollen - Forscher sind aufgerufen, Beiträge für eine Konferenz im Herbst einzureichen.

«Das wird nicht einfach eine weitere Weltraum-Technologiekonferenz. Wir hoffen, dass Ethiker, Rechtsanwältte, Science-Fiction-Autoren, Technologen und weitere an der Diskussion teilhaben, damit wir sicher alle Aspekte interstellarer Flüge berücksichtigen», so David Neyland, Leiter des Tactical Technology Office bei der DARPA. Koordinierte Forschung soll das schier unmöglich erscheinende Ziel Realität werden lassen.

Monumentale Fortschritte

Wie genau interstellare Raumfahrt im Jahr 2111 funktionieren mag, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar. Doch genau das galt auch für eine reale Mondlandung, als Jules Verne 1865 «Von der Erde zum Mond» veröffentlicht hat - knapp mehr als ein Jahrhundert vor Apollo 11. Das macht sich die DARPA mit dem Raumschiff-Projekt zum Vorbild. «100 Jahre sind eine sehr gute Zeitspanne, um die Forschung dazu zu inspirieren, wirklich schwere Probleme anzugehen, bei denen man Anfangs nicht einmal die richtigen Fragen kennt», meint Neyland. Wirklich klar ist vorerst nur, dass monumentale Fortschritte nötig sein werden.

Das für Herbst anberaumte 100 Year Starship Study Symposium wird Ideen sammeln und präsentieren, wobei wirklich futuristische Beiträge zu erwarten sind. Dazu zählt beispielsweise das Konzept, dass interstellare Kolonisten mithilfe geeigneter Technologien erst am Zielort aus genetischem Material zusammengesetzt werden könnten. Andere mögliche Themen umfassen beispielsweise Ansätze zur Energiegewinnung, ob eine künstliche Schwerkraft überhaupt nötig ist oder die Frage nach geeigneten Navigationssystemen bei annähernd Lichtgeschwindigkeit - oder vielleicht sogar darüber.

100 Jahre Forschung

Als letztlich militärische Forschungsstelle betont die DARPA, dass das Raumfahrt-Projekt natürlich auch unvorhergesehene Vorteile für das US-Militär bringen könnte - beispielsweise in den Bereichen Energiespeicher oder Lebenserhaltungssysteme. Die «100 Year Starship Study» ist jedenfalls das erste Jahr des Mammutprojekts. Die DARPA hofft, danach eine eigene Organisation ins Leben zu rufen, die in weiterer Folge die Koordination relevanter Forschungsbemühungen übernimmt - über den nach Massstäben der heutigen Wirtschaft unvorstellbaren Zeitraum von 100 Jahren.

Ob es tatsächlich gelingt, innerhalb von 100 Jahren eine sinnvolle interstellare Raumfahrt zu ermöglichen, bleibt abzuwarten. Einer Schätzung des ehemaligen NASA-Wissenschaftlers Marc Millis nach wäre das Projekt wohl zum Scheitern verurteilt - denn demnach kann die Menschheit den Energiebedarf einer Reise zu den Sternen erst in 200 Jahren abdecken.

(asu/pte)

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