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Durch Stasi-Akten belegt
DDR-Sportler waren Opfer heimlichen Dopings
publiziert: Sonntag, 8. Jul 2001 / 14:13 Uhr

Berlin - Mehrere DDR-Sportler sollen ohne ihr Wissen gedopt worden sein. Wie das deutsche Nachrichten-Magazin «Der Spiegel» in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wird das erstmals durch jetzt aufgetauchte Stasi-Akten belegt.

Ein Physiotherapeut aus Oberhof mit dem Decknamen «Peter Maier» habe dem Ministerium für Staatssicherheit vom versteckten Anabolika- Einsatz während eines Trainingslagers der Biathlon- Nationalmannschaft 1981 im Engadiner Ort Pontresina berichtet. Das anabole Steroid Oral-Turinabol sei aufgelöst als «Wiederherstellungstrunk» getarnt gewesen.

Unter den Konsumenten des Dopinggetränks, das vom Verbandsarzt gemixt worden sein soll, sei auch der Olympiasieger und heutige Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich gewesen. Der Mediziner aus Oberhof bekam nach Doping-Vorwürfen im vergangenen Jahr eine Busse von umgerechnet rund 9000 Franken.

Grund für die Vertuschung der Anabolikagaben waren offensichtlich wachsende Vorbehalte der Sportler gegen die chemische Muskelmast. Besonders Langläuferinnen und Ruderinnen sollen sich geweigert haben, die als «Blaue Bohnen» bezeichneten Anabolika einzunehmen, weil sie um ihr Sexualleben fürchteten.

Einige Langläuferinnen, die nach Karriereende behinderte Kinder zur Welt gebracht haben, wollen laut «Spiegel» nun die Verantwortlichen für das Zwangsdoping verklagen. Sie hatten angebliche Vitaminspritzen bekommen, laut Stasi-Berichten sollen die Injektionen aber das männliche Sexualhormon Testosteron enthalten haben.

Foto: Viele DDR-Sportler wussten scheinbar nicht, dass man ihnen Doping-Mittel gab ...

(sda)

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