DEZA warnt vor Zuwarten bei Nahost-Hilfe
publiziert: Freitag, 25. Aug 2006 / 15:35 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Aug 2006 / 16:06 Uhr

Bern - Die Schweiz darf nach Meinung von DEZA-Chef Walter Fust nicht noch länger zuwarten bei der Hilfe im Süden Libanons. Ansonsten habe die Hisbollah weiterhin freie Bahn.

Fust will die Nothilfe nicht der Hisbollah überlassen.
Fust will die Nothilfe nicht der Hisbollah überlassen.
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Fust ortet dort schon das Potenzial für einen nächsten Nahost-Konflikt. Es dürfe nicht noch zwei bis drei Wochen gewartet werden mit der Sprechung weiterer Gelder für die Hilfe in Libanon, sagte Fust am Rande der Jahreskonferenz der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) in Bern.

Die radikalislamische Hisbollah sei seinen Informationen zufolge mit rund 11 000 Helfern im Süden Libanons bereits im Einsatz. Mit Geldern, deren Herkunft offiziell verschwiegen werden, lege sie dort «einen Teppich».

Gut organisierte Hisbollah

Dabei sei die Hisbollah sehr gut organisiert, räumte der DEZA-Chef gegenüber der Nachrichtenagentur SDA ein. Wenn die internationale Hilfe dort nicht Fuss fassen könne, sei schon das Terrain für den nächsten Konflikt vorbereitet, der in drei bis fünf Jahren drohen könnte.

Den Wiederaufbau der beim Krieg mit Israel zerstörten Infrastruktur überlasse die Hisbollah allerdings anderen. Er sei strikt dagegen, dass die Schweiz sich der Infrastruktur annehme. Dies sei politisch auch gar nicht durchsetzbar, sagte Fust.

Diese Aufgabe müssten etwa die UNO, die USA und Libanon übernehmen. Eine Beteiligung Israels sei seiner Ansicht nach eher unwahrscheinlich. Fust will sich auch für Schweizer Hilfe im Gazastreifen einsetzen. Dort sei die Lage ähnlich.

(ht/sda)

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